DGLR-News Meldung

29.05.2019 - Rubrik: DGLR-Presseservice, Politik/Gesellschaft

Die DGLR feiert 50 Jahre Mondlandung: Erfolgreiches Jubiläumssymposium im Technik Museum Speyer

250 Gäste sind heute in die Raumfahrthalle des Technik Museums in Speyer gekommen, um ein besonderes Jubiläum zu feiern: In diesem Jahr jährt sich die erste Mondlandung zum 50. Mal. Am 20. Juli 1969, um 21:18 Uhr Mitteleuropäischer Zeit, setzte die Mondfähre von Apollo 11 auf der Mondoberfläche auf. Sechseinhalb Stunden später betraten Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen einen anderen planetaren Körper – ein historischer Augenblick, den rund 600 Millionen Menschen auf der Erde vor ihren Fernsehgeräten live miterlebten. In Speyer blickten die Teilnehmer des Symposiums, das von der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR) mit Unterstützung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und dem Technik Museum Speyer veranstaltet wurde, auf diesen bedeutenden Tag zurück und warfen einen Blick in die Zukunft der astronautischen Raumfahrt.

Bild: Thomas Henne

„Wir freuen uns, dass heute so viele Experten aus Wissenschaft, Forschung und Industrie zusammengekommen sind, um die erste Mondlandung vor 50 Jahren zu feiern”, so DGLR-Präsident Prof. Rolf Henke. „Heute setzen wir uns wieder neue Ziele, die scheinbar unmöglich erreichbar sind. Aber wenn wir uns zusammentun, unser Wissen und unsere technischen und wissenschaftlichen Errungenschaften vereinen, dann können wir diese Ziele erreichen.“

Ehrengast des Jubiläumssymposiums war der US-amerikanische Astronaut Charles „Charlie“ Duke. Inmitten Europas größter Raumfahrtausstellung „Apollo and Beyond“ ließ er seine Zuhörer an der Apollo-11-Mission teilhaben, bei der er als CapCom im Kontrollzentrum der NASA in Houston den Kontakt mit den Astronauten auf dem Mond hielt. Eindrucksvoll beschrieb er den Moment, als Neil Armstrong und Buzz Aldrin auf dem Mond landeten: „Wir alle hielten den Atem an.“ Als Pilot der Landefähre der Apollo-16-Mission betrat Duke im April 1972 dann als zehnter Mann selbst den Mond und verbrachte drei Tage auf dem Erdtrabanten.

Weitere Vorträge beschäftigten sich mit den Ergebnissen, die die Apollo- und andere Missionen über die letzten 50 Jahre brachten. So lieferten zum Beispiel die Mondgesteinsproben der Apollo-Missionen  Aufschluss über die Geschichte und Entwicklung unseres Sonnensystems. Noch bis heute bringen sie immer wieder neue Erkenntnisse, wie Harald Hiesinger von der Universität Münster erklärte. Darüber hinaus gab es Einblicke in das Innenleben des Mondes. Seine geologischen Prozesse sind auch für das Verständnis der frühen Erde von fundamentaler Bedeutung.

Der Blick des Symposiums richtete sich aber auch zu einem großen Teil auf die Zukunft: Jürgen Schlutz vom DLR erörterte gemeinsam mit dem ehemaligen deutschen Astronauten Ernst Messerschmid die astronautische Raumfahrt und Exploration aus europäischer Perspektive. Unter anderem diskutieren die Europäer derzeit die Zusammenarbeit an der von der NASA geplanten Raumstation Lunar Orbital Platform Gateway, die in einem mondnahen Orbit stationiert werden soll. In einem weiteren Vortrag ging es daher darum, wie eine europäische Beteiligung am Gateway aussehen könnte.

Warum es in der Zukunft wieder astronautische Mondmissionen geben sollte und wie diese aussehen könnten, war auch Thema einer Podiumsdiskussion, die vom deutschen Astronauten Reinhold Ewald moderiert wurde. Neben Charlie Duke nahmen auch Harald Hiesinger, ESA-Astronaut Matthias Maurer, Walther Pelzer (DLR) und Frank de Winne (ESA) an der Diskussion teil. Matthias Maurer ist Leiter der Mond-Trainingsanlage LUNA, die als Vorbereitung zur nächsten Mondlandung dienen soll. Maurer erklärte, dass dort unter anderem ein „Dust Lab“ entsteht, in dem getestet wird, wie man Astronauten und Technik besser vor dem Mondstaub schützen kann. Die Runde war sich einig, dass der Mond der nächste Schritt in der astronautischen Raumfahrt sein wird. Ob er auch ein Sprungbrett zu weiter entfernten Zielen wie dem Mars sein kann, bleibt abzuwarten. Auf Reinhold Ewalds Frage, welche seine ersten Worte auf dem Mars wären, antwortete Matthias Maurer allerdings: „Don’t fly back without me“ – „Fliegt nicht ohne mich zurück.“

Frank de Winne stellte nach der Podiumsdiskussion das European Exploration Envelope Programme (E3P) der Europäischen Weltraumorganisation ESA vor, ein Rahmenprogramm, das alle robotischen und astronautischen Aktivitäten für Forschung und Exploration zusammenfasst. ESA-Generaldirektor Johann-Dietrich Wörner setzte in seinem abschließenden Vortrag den Fokus auf eine stärkere internationale Zusammenarbeit in der Weltraumforschung. Auf dem Mond könnte diese in der Form eines „Moon Village“ entstehen. Wörner skizzierte den Symposiumsteilnehmern die Idee dieser permanenten Forschungsstation auf dem Mond. Das Interesse von Raumfahrtagenturen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen weltweit sei groß. Sollte es zum „Moon Village“ kommen, wäre es der Beginn einer neuen Ära der Weltraumforschung. In jedem Fall – so waren sich die Teilnehmer des Jubiläumssymposiums einig – kann die Zukunft der astronautischen Raumfahrt nur in enger internationaler Kooperation gestaltet werden.

Kontakt

Alisa Griebler
Kommunikation | Pressesprecherin
Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR)
Godesberger Allee 70
53175 Bonn
Tel.: +49 228 30805-14
Mobil: +49 170 3340849
E-Mail: alisa.griebler@dglr.de