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02.10.2019 - Rubrik: DGLR-Presseservice, Politik/Gesellschaft

680 Luft- und Raumfahrtexperten trafen sich beim DLRK 2019 in Darmstadt

Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Klimawandel: Auf dem 68. Deutschen Luft- und Raumfahrtkongress (DLRK) diskutierten rund 680 Vertreter der deutschen Luft- und Raumfahrtbranche über aktuelle Themen und zukünftige Wege. Am 2. Oktober 2019 geht der Kongress der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR) nach drei Tagen des intensiven Austauschs im Darmstädter Kongresszentrum „Darmstadtium“ erfolgreich zu Ende.

Bild: DGLR

„Wir sind in Deutschland zurecht stolz auf unser Netzwerk aus Wissenschaft, Forschung, Industrie und Politik und das bisher Erreichte in der Luft- und Raumfahrtbranche“, sagte Prof. Rolf Henke, Präsident der DGLR, bei der Eröffnungsveranstaltung. „Wir werden uns darauf aber nicht ausruhen, sondern  mit aller Kraft unsere Welt der Luft- und Raumfahrt für eine offene Gesellschaft weiterentwickeln – als technologische Brücke in die Zukunft, dem diesjährigen Motto des DLRK.“

In Bezug auf die Klimadebatte rief Henke zu mehr Sachlichkeit in der Diskussion auf: „Mit der aktuellen Form der Diskussion richten wir Schaden an – an unserer Diskussionskultur, am Vertrauen in unsere Politik, an unserer deutschen und europäischen Industrie und an unserem Wohlbefinden. Ein Weckruf ist immer richtig, aber mit unspezifischen und unrealistischen Forderungen unterdrücken wir das, was getan werden müsste. Wir müssen mit klaren Zielsetzungen und überlegt an Innovationen forschen, diese auch einmal verwerfen können, und dann die Projekte weiterentwickeln, die uns helfen auch die Umweltziele zu verwirklichen. Dazu müssen wir ganzheitlich denken.“

Beim elektrischen Fliegen bedeute das zum Beispiel, nicht nur die lokalen Emissionen zu betrachten, sondern den gesamten Lebenszyklus, auch im Bezug auf die Rohstoffe und die Infrastruktur. Das Resultat könne laut Henke sein, dass sich elektrisches Fliegen nur in bestimmten Umgebungen lohne und es dann immer noch mit Schadstoffen verbunden sei. All das müsse erforscht und dann eine Entscheidung auf Wissensbasis gefällt werden. Wichtig sei, die Dinge gemeinsam anzugehen. „Der DLRK ist eine gute Gelegenheit, die unterschiedlichen Akteure der Luft- und Raumfahrt zusammenzubringen und festzuhalten, wo die Branche steht und wie wir uns weiter verbessern können“, so Henke. 

37.000 geplante Flüge pro Tag über Europa

Die Luftfahrt steht angesichts wachsender Passagierzahlen bei gleichzeitig steigenden Umweltanforderungen vor großen Herausforderungen. Ein funktionierendes Air Traffic Management ist daher essenziell. Klaus Froese, CEO Hub Frankfurt der Lufthansa, rief in seinem Vortrag beim DLRK dazu auf, Innovationen zu nutzen, um den jetzigen Zustand des Luftverkehrssystems zu verbessern: „Der technologische Fortschritt ist schon da. Die Herausforderung besteht jetzt darin, das was auf dem Tisch liegt auch umzusetzen“, so Froese beim DLRK.

In der anschließenden Podiumsdiskussion bekräftigten Vertreter des Luftfahrtsystems den Wunsch nach einer intensiveren Zusammenarbeit. Prof. Klaus-Dieter Scheurle, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Flugsicherung (DFS), sagte, Airlines, Flughäfen und Flugsicherung müssten einen gemeinsamen Weg finden, um Verspätungen und Ausfälle zukünftig zu mindern.

Für eine mutige Raumfahrt in Europa

Auch in der Raumfahrt steht die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Vordergrund vieler anstehender Projekte. Prof. Dr. Johann-Dietrich Wörner, Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation ESA, sprach beim DLRK den Wunsch aus, international, aber insbesondere auf europäischer Ebene, noch intensiver zusammenzuarbeiten und dabei auch Risiken nicht zu sehr zu scheuen: „Wir müssen in Deutschland und Europa mutiger sein“. So könne auch die Vision eines Moon Village, einer geplanten Forschungsstation auf dem Mond, gelingen.

Förderung für den Nachwuchs und die Wissenschaft

Besonders für den wissenschaftlichen Nachwuchs der Luft- und Raumfahrtbranche ist der DLRK ein wichtiges Event, da er hier seine potenziellen Arbeitgeber trifft. Auch einige der DGLR-Nachwuchsgruppen präsentierten sich und ihre aktuellen Projekte in einer Ausstellung beim Kongress. Zudem wurden wieder die Nachwuchspreise für hervorragende Bachelor-, Diplom- und Masterarbeiten, sowie je eine Dissertation auf dem Gebiet der Luftfahrt und der Raumfahrt vergeben.

Am Gesellschaftsabend des DLRK erhielten Gerhard Waibel und Prof. Dr. Karl-Heinz Horstmann jeweils die Otto-Lilienthal-Medaille für ingenieurorientierte Leistungen hohen Ranges wissenschaftlicher Art auf dem Gebiet der Luftfahrt. Waibel bekam die Auszeichnung für seine herausragenden Leistungen in der Weiterentwicklung von Segelflugzeugen. Gemeinsam mit seinem Freund Wolf Lemke entwickelte Waibel das erste moderne Segelflugzeug, die D-36. Später trug er großen Anteil daran, dass die deutsche Segelflugindustrie seit den 1960er-Jahren weltweit führend ist. Horstmann wurde für seine bahnbrechenden Arbeiten auf dem Gebiet der Laminarforschung ausgezeichnet. Jahrzehntelang untersuchte er die Nutzung laminarer Strömungen für Flugzeuge und trug entscheidend dazu bei, dass diese Technologie heute für den Einsatz in Verkehrsflugzeugen zur Verfügung steht.

Der nächste Deutsche Luft- und Raumfahrtkongress findet vom 1. bis 3. September 2020 in der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen statt. 2020 ist für die RWTH Aachen ein ganz besonderes Jahr: Am 10. Oktober feiert sie ihr 150-jähriges Bestehen.

Die DGLR

Die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt - Lilienthal-Oberth e.V. (DGLR) ist die älteste Institution in der Bundesrepublik Deutschland, die allen, die sich privat oder beruflich mit Luft- und Raumfahrt beschäftigen, ein gemeinsames Forum bietet. Hier vernetzt sich das Wissen der Luft- und Raumfahrt, aktuelle Projekte und Entwicklungen werden vorgestellt und gute Ideen gefördert und honoriert.

Kontakt

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Kommunikationsmanagerin | Pressesprecherin
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