16.09.2026 - Allgemein, Raumfahrt

Schneller fließende Gletscher verursachen den Großteil des Eisverlusts

Grönland und die Antarktis haben zwischen 1979 und 2023 zusammen 11,3 Billionen Tonnen Eis verloren und den Meeresspiegel damit um 3,14 Zentimeter angehoben. Das ergibt eine Auswertung von Daten aus 27 Satellitenmissionen, die die Europäische Weltraumorganisation ESA am 16. September 2026 vorgestellt hat.


Bild: ESA/AOES Medialab

Zwei Wege, auf denen Eis verloren geht 

Eine Eisdecke verliert auf zwei Arten Masse. Entweder schmilzt Eis an der Oberfläche und fließt als Wasser ab, oder Gletscher schieben Eis schneller ins Meer, als Schneefall im Landesinneren nachliefert. Die Auswertung ordnet 84 Prozent des Verlusts dem zweiten Weg zu: Die Gletscher haben sich beschleunigt. Nur 16 Prozent entfallen auf das Schmelzen an der Oberfläche. Auf Grönland und die Antarktis verteilt sich der Beitrag zum Meeresspiegel mit 1,81 und 1,33 Zentimetern. Die Arbeit entstand im Rahmen eines internationalen Vergleichsvorhabens zur Massenbilanz von Eisschilden, an dem die Europäische Weltraumorganisation ESA und die amerikanische Luft- und Raumfahrtbehörde NASA beteiligt sind. Sie erschien in der Fachzeitschrift Scientific Data. 

Was die Satelliten dafür messen 

Die Auswertung stützt sich auf drei Messverfahren. Radar- und Laserhöhenmesser wie auf dem ESA-Satelliten CryoSat bestimmen die Höhe der Eisoberfläche und damit deren Veränderung. Schwerefeldmissionen wie das deutsch-amerikanische Vorhaben GRACE erfassen, wie sich die Anziehungskraft über einer Region verändert, woraus sich die Masse des Eises ableiten lässt. Optische und Radaraufnahmen, etwa der Landsat-Reihe und der Copernicus-Sentinels, zeigen über die Verschiebung von Oberflächenmerkmalen, wie schnell ein Gletscher fließt. Erst die Kombination über mehr als vier Jahrzehnte macht die Beschleunigung sichtbar, weil einzelne Jahre stark schwanken. Der Datensatz ist zugleich ein Beispiel dafür, wie lange Erdbeobachtung im Voraus geplant werden muss: Aussagen über Jahrzehnte setzen voraus, dass Messreihen über Missionsgenerationen hinweg fortgeführt und aufeinander abgestimmt werden. 

Quelle: https://www.esa.int/Applications/Observing_the_Earth/FutureEO/Faster-flowing_glaciers_fuel_decades_of_polar_ice_loss

(Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI erstellt.)