15.09.2026 - Allgemein, Raumfahrt

Positionssignale nach Mobilfunkstandard aus niedriger Umlaufbahn

Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat erstmals Positionssignale nach dem Mobilfunkstandard aus einer niedrigen Erdumlaufbahn gesendet und am Boden empfangen. Der Versuch fand am 27. August 2026 statt, die Auswertung wurde am 15. September veröffentlicht.


Bild: ESA

Navigation aus geringerer Höhe 

Die heutigen Navigationssysteme wie Galileo arbeiten aus mehr als 20.000 Kilometern Höhe. Ihre Signale kommen entsprechend schwach auf der Erde an und lassen sich mit vergleichsweise geringem Aufwand stören oder fälschen. Satelliten in einer niedrigen Umlaufbahn stehen dagegen nur einige hundert Kilometer entfernt. Ihr Signal ist kräftiger, und weil sie schnell über den Himmel ziehen, ändert sich der Empfangswinkel rasch, was die Positionsbestimmung zusätzlich stützt. Die Mission Celeste erprobt diesen Ansatz. Die beiden ersten Satelliten IOD-1 und IOD-2 wurden im März 2026 gestartet, gebaut von GMV und von Thales Alenia Space. 

Der Mobilfunkstandard als gemeinsame Sprache 

Neu an dem Versuch ist die Art der Signale. Der Satellit IOD-2 sendete im S-Band zwei Signaltypen, die nicht aus der Satellitennavigation stammen, sondern aus dem Mobilfunk: Referenzsignale zur Positionsbestimmung nach dem Standard 5G New Radio sowie eine schmalbandige Variante davon. Beide entsprechen den Festlegungen des Normungsgremiums 3GPP. Der Reiz liegt darin, dass Mobilfunkgeräte diese Signale grundsätzlich bereits verstehen. Ein Empfänger müsste also nicht von Grund auf neu entwickelt werden, um zusätzlich Signale aus dem Orbit zu nutzen. Die Signale wurden am Boden empfangen und für die Auswertung aufgezeichnet. Weitere Satelliten der Reihe sollen ab Ende 2027 starten und dann Messungen mit mehreren Satelliten gleichzeitig ermöglichen. Erst dann lässt sich eine Position allein aus diesen Signalen bestimmen, denn dafür braucht ein Empfänger mehrere Sender gleichzeitig im Blick. Für die Luftfahrt ist der Ansatz von Interesse, weil Störungen der Satellitennavigation über der Ostsee und dem Nahen Osten in den vergangenen Jahren zugenommen haben und eine zweite, unabhängige Quelle die Lage entspannen könnte. 

Quelle: https://www.esa.int/Applications/Satellite_navigation/Celeste/ESA_s_Celeste_demonstrates_5G_positioning_signals_from_low_Earth_orbit

(Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI erstellt.)