Neun Würzburger Erdbeobachtungssatelliten liefern mehr Daten als erwartet
Das Zentrum für Telematik in Würzburg zieht eine erste Bilanz zu den neun Erdbeobachtungssatelliten, die im Juli 2026 gemeinsam gestartet wurden. Nach Angaben des Instituts vom 26. Oktober 2026 fällt die Datenausbeute umfangreicher aus als erwartet. Es handelt sich um zwei Formationen und einen Erprobungssatelliten. Erstmals wurden so viele in Europa gefertigte Satelliten für zwei Formationen zugleich ins All gebracht. Alle neun nutzen Verfahren zur Formationsregelung, die auf der Mission NetSat mit vier Satelliten aus dem Jahr 2020 aufbauen. Dabei stimmen sich die Satelliten untereinander ab, um eine gemeinsame Aufgabe zu erfüllen.
Beobachtung eines Vulkanausbruchs aus dem Orbit
Für die Luftfahrt ist vor allem ein Ergebnis von Belang: Die drei schuhkartongroßen Satelliten der Mission TOM überflogen die indonesische Vulkaninsel Anak Krakatau während eines Ausbruchs. Sie beobachteten den Aufstieg der Aschewolke bis in 15 Kilometer Höhe. Der Flugverkehr wurde unterbrochen, nach Angaben des Instituts saßen über 340.000 Passagiere an Flughäfen fest. Vulkanasche gilt als Gefahr für Strahltriebwerke, weil die Partikel in der Brennkammer schmelzen und sich an kühleren Bauteilen wieder ablagern können. Weil die drei Satelliten dieselbe Stelle gleichzeitig aus verschiedenen Blickrichtungen aufnehmen, lassen sich dreidimensionale Bilder erzeugen und damit auch Höhen von Aschewolken bestimmen. Die Daten werden an Bodenstationen in Partnerregionen Bayerns auf fünf Kontinenten übertragen.
Fünf Satelliten für Bayern und ein Vorläufer für die Wolkenforschung
Die fünf Satelliten der Mission CuBy sollen alle drei Tage eine Teilfläche Bayerns mit Multispektralkameras erfassen, um etwa Trockenschäden im Wald früh zu erkennen. Erste Aufnahmen der wolkenfreien Umgebung von Dubai liegen vor. An der Auswertung sind das Bayerische Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, die Technische Universität München und das Zentrum für Telematik beteiligt. Gebaut wurden die Satelliten von der Würzburger S4 Smart Small Satellite Systems GmbH.
Der neunte Satellit, CloudCT Precursor, bereitet eine Formation von zehn Satelliten vor, die ab 2027 das Innere von Wolken mit computertomographischen Verfahren untersuchen sollen. Erste Messungen mit polarisiertem Licht über der Küste bei Haifa liegen vor. Das Vorhaben wird über einen Synergy Grant des Europäischen Forschungsrats finanziert.
Quelle: Pressemitteilung 5/2026 des Zentrums für Telematik Würzburg vom 26.10.2026; https://www.telematik-zentrum.de/index.html
(Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI erstellt.)

