Europas Trägerrakete Ariane 6 bekommt stärkeren Booster
Das Feststofftriebwerk P160C von Arianespace ist eine Weiterentwicklung des P120C-Boosters und fasst mit 156 Tonnen rund 10 Prozent mehr Treibstoff bei unveränderter Außengeometrie. Es soll die Nutzlastkapazität der Ariane 6 für niedrige Erdumlaufbahnen um mehr als zwei Tonnen erhöhen und das Einsatzspektrum der Trägerrakete erweitern.
Mit dem P160C steht für die europäische Trägerrakete Ariane 6 eine neue Generation von Feststoffboostern bereit. Das Triebwerk ist die jüngste Weiterentwicklung des P120C, das bislang sowohl bei der Ariane 6 als auch bei der Vega C zum Einsatz kommt. Der Buchstabe C im Namen verweist entsprechend auf diese Kompatibilität, das P steht für den französischen Begriff Poudre und bezeichnet den Festtreibstoff, die Zahl 160 gibt die mitgeführte Treibstoffmenge von knapp 160 Tonnen an.
Mehr Treibstoff, gleiche Schnittstellen
Das P160C ist gegenüber seinem Vorgänger um einen Meter auf 14,5 Meter Länge gewachsen. Dadurch fasst es 156 Tonnen Festtreibstoff, rund 10 Prozent mehr als die 142 Tonnen des P120C. Die Außenabmessungen des Boosters blieben mit 22 Metern Länge und 3,4 Metern Durchmesser unverändert, ebenso wie die mechanischen und elektrischen Schnittstellen zum Zentralkörper der Ariane 6. Die Trägerrakete lässt sich damit ohne Modifikationen wahlweise mit dem P120C oder dem P160C ausrüsten.
Die gesteigerte Treibstoffmenge wirkt sich direkt auf die Missionskapazität aus: Für niedrige Erdumlaufbahnen steigt die mögliche Nutzlast um mehr als zwei Tonnen, was besonders den Aufbau großer Satellitenkonstellation begünstigt. Darüber hinaus profitieren geostationäre, wissenschaftliche und Explorationsmissionen von der höheren Leistung. Betreiberin der Ariane 6 ist Arianespace.

