08.06.2026 - Allgemein, Luftfahrt

Electra zeigt Airliner-Konzept für 2050

Das US-amerikanische Luftfahrtunternehmen Electra hat am 8. Juni 2026 im Rahmen des NASA-Programms AACES 2050 ein neues Konzeptflugzeug für den kommerziellen Luftverkehr der Zukunft vorgestellt. Das Design kombiniert einen breiten Doppelrumpf mit hybridem Elektroantrieb und soll gegenüber konventionellen Weiterentwicklungen eine zusätzliche Effizienzsteigerung von bis zu 17 Prozent erzielen.


Bild: Electra.aero/LinkedIn

Das auf Hybrid-Elektroflugzeuge spezialisierte Unternehmen Electra hat am 8. Juni 2026 ein neues Konzeptflugzeug für den kommerziellen Luftverkehr vorgestellt. Das Design wurde im Rahmen des NASA-Programms Advanced Aircraft Concepts for Environmental Sustainability (AACES) 2050 entwickelt und richtet sich auf Flugzeuge mit mehr als 100 Passagieren, die bis zur Mitte des Jahrhunderts in Dienst gestellt werden könnten. Das Unternehmen sieht die Luftfahrt an der Schwelle zu einem dritten Zeitalter des Fliegens, das durch neue elektrische Antriebstechnologien geprägt sein werde.

Doppelrumpf trifft auf verteilten Elektroantrieb

Das Herzstück des Konzepts ist ein breiter sogenannter Double-Bubble-Rumpf, also ein Doppelblasen-Querschnitt, bei dem zwei kreisförmige Rumpfsegmente nebeneinander angeordnet sind. Diese Form ermöglicht es, dass der Rumpf selbst einen Teil des Auftriebs erzeugt und damit die Flügel entlastet. Angetrieben wird das Flugzeug von zwei konventionellen Turbofan-Triebwerken unter den Flügeln, die neben dem Schub auch elektrische Energie erzeugen. Diese Energie speist elektrische Heckgebläse, die langsam strömende Luftschichten am Rumpf wieder beschleunigen, ein Verfahren das als Boundary Layer Ingestion bekannt ist. Electras Berechnungen zufolge könnte diese Kombination eine Effizienzverbesserung von bis zu 17 Prozent erzielen, zusätzlich zu dem Fortschritt, der bis 2050 durch verbesserte Strukturen, Triebwerke und Aerodynamik ohnehin erwartet wird.

Wichtig für die praktische Umsetzbarkeit: Das Konzeptflugzeug soll in bestehende Flughafeninfrastruktur passen, mit herkömmlichem Kerosin oder SAF betrieben werden können und keine Ladeinfrastruktur am Boden erfordern. Innerhalb der Rumpfbreite eines Schmalrumpfflugzeugs soll zudem eine Zweigangkabine möglich sein, was Komfort und Abfertigungsgeschwindigkeit verbessern würde. Leiterin des Konzeptentwurfs war Alejandra Uranga, die als Chefingenieurin für Forschung und Zukunftskonzepte bei Electra tätig ist und bereits frühere NASA-geförderte Forschungen zum Double-Bubble-Konzept am MIT mitgeleitet hatte.

Parallel zum Konzept veröffentlichte Electra elf wissenschaftliche Fachpapiere, die Methoden, Modelle und Ergebnisse der Studie dokumentieren. Außerdem stellt das Unternehmen ein eigens entwickeltes Auslegungswerkzeug für elektrifizierte Flugzeuge der Forschungsgemeinschaft zur freien Nutzung bereit. Das AACES-2050-Programm der NASA zielt darauf ab, kommerzielle Luftfahrtkonzepte für die 2040er und 2050er Jahre zu untersuchen, und schließt neben Electras Ansatz weitere Studien zu neuen Antrieben, Kraftstoffen und Flugzeugarchitekturen ein.

Quelle (Englisch): https://electra.aero/news/electra-unveils-turbo-electric-aircraft-concept-for-next-generation-airliner-as-part-of-nasa-aaces-2050-program