18.08.2026 - Allgemein, Raumfahrt

Ein einzelner Einschlag könnte Deimos geformt haben

Eine neue Simulation legt nahe, dass ein einzelner Asteroideneinschlag den Marsmond Deimos entscheidend geprägt hat. Grundlage sind unter anderem Aufnahmen, die die ESA-Sonde Hera bei ihrem Marsvorbeiflug im März 2025 gemacht hat. Die ESA stellte die Arbeit am 18. August 2026 vor, veröffentlicht wurde sie in der Fachzeitschrift Nature Astronomy.


Was Hera beim Vorbeiflug aufnahm

Hera ist auf dem Weg zum Asteroiden Didymos und dessen Begleiter Dimorphos, um dort die Folgen des Einschlags der NASA-Sonde DART zu vermessen. Auf dem Weg dorthin nutzte die Sonde den Mars, um mit dessen Schwerkraft Kurs und Geschwindigkeit zu ändern. Diese Gelegenheit wurde für Beobachtungen genutzt. Zum Einsatz kamen die Asteroid Framing Camera, die im sichtbaren Licht arbeitet, sowie das Thermalinfrarot-Instrument TIRI, das die Wärmeabstrahlung der Oberfläche misst. Aus der Wärmeabstrahlung lässt sich ableiten, wie feinkörnig eine Oberfläche ist, denn Staub kühlt schneller aus als festes Gestein.

Ein 320 Meter großer Einschlagkörper

Deimos hat einen Durchmesser von etwa zwölf Kilometern und umkreist den Mars in rund 24.000 Kilometern Abstand. Die Simulation von Sabina Raducan von der Universität Bern rechnet mit einem Einschlagkörper von etwa 320 Metern, der unter einem Winkel von rund 45 Grad auftraf. Das Ergebnis erklärt zwei Beobachtungen: die auffällig glatte Oberfläche des Mondes und eine Senke nahe seinem Südpol. Nach dem Modell wurde dabei so viel Material aufgewirbelt, dass sich der Mond mit einer Staubschicht überzog, die stellenweise mehr als 200 Meter mächtig ist. Die Rechnung passt nach Angaben der Beteiligten zu den Helligkeitsmustern, die auf der Oberfläche zu sehen sind und auf ein langsames Wandern des Staubs hindeuten. Michael Kueppers, Projektwissenschaftler der ESA für Hera, folgert daraus, dass Deimos ein Trümmerhaufen sein dürfte, also ein locker zusammengehaltener Körper mit vielen Hohlräumen, wie er auch von zahlreichen Asteroiden bekannt ist. Für künftige Missionen hat das praktische Folgen, denn auf einem solchen Körper lässt sich weder ohne Weiteres landen noch verankern.

Quelle: https://www.esa.int/Space_Safety/Hera/Hera_s_Mars_flyby_guided_impact_study_of_Deimos_moon

(Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI erstellt.)