Satellitendaten erreichen die Einsatzkräfte dreimal schneller
Daten der Copernicus-Satelliten Sentinel-3 erreichen die Einsatzkräfte in Europa nach Angaben der Europäischen Weltraumorganisation ESA jetzt bis zu dreimal schneller. Möglich wurde das durch eine neue Strategie für die Übertragung vom Satelliten zu den Bodenstationen, die Fachleute der ESA und der europäischen Wettersatellitenorganisation EUMETSAT gemeinsam entwickelt haben.
Der Umweg über die Bodenstation
Ein Erdbeobachtungssatellit kann seine Daten nur dann abgeben, wenn er eine Bodenstation im Blick hat. Bei einer Umlaufbahn über die Pole geschieht das mehrmals täglich, aber nicht durchgehend. Zwischen der Aufnahme und dem Zeitpunkt, an dem eine Leitstelle die ausgewerteten Daten auf dem Schirm hat, vergeht deshalb Zeit. Bei einem Waldbrand ist diese Verzögerung entscheidend, weil sich Feuerfronten innerhalb weniger Stunden verlagern können. Die überarbeitete Strategie verkürzt diesen Weg. Sentinel-3 trägt dafür das Instrument SLSTR, das die Temperatur von Land- und Meeresoberflächen misst und aktive Brandherde an ihrer Wärmesignatur erkennt. Ergänzt wird es im Copernicus-Verbund durch Sentinel-2, der mit 13 Spektralkanälen Vegetation und Brandflächen abbildet, und Sentinel-5P, der Spurengase und Schwebteilchen aus dem Rauch verfolgt.
Ein Sommer mit über 30 Aktivierungen
Nach Angaben der ESA wurde der Copernicus-Notfalldienst seit dem 1. Mai 2026 mehr als 30 Mal wegen Waldbränden aktiviert, unter anderem in Kroatien, Frankreich, Griechenland, Italien, Spanien und Portugal. Der Dienst erstellt auf Anforderung von Behörden Kartenmaterial aus Satellitendaten, das Einsatzleitungen zur Lagebeurteilung nutzen. Hintergrund sind die Witterungsbedingungen: Nach dem Copernicus-Klimawandeldienst war der Juni 2026 weltweit der zweitwärmste Juni seit Beginn der Aufzeichnungen, in Westeuropa der wärmste. Hohe Temperaturen, wenig Niederschlag, trockene Böden und kräftiger Wind begünstigen die Ausbreitung von Feuern. Die ESA verweist darauf, dass die Verbrennung organischen Materials in Wäldern, Busch- und Grasland einen erheblichen Anteil an den Treibhausgasemissionen ausmacht.
(Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI erstellt.)

