02.06.2026 - Allgemein, Raumfahrt

Blue Origins New Glenn explodiert bei Bodentest

Die Schwerlastrakete New Glenn von Blue Origin ist beim Bodentest vor ihrem vierten Start auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral explodiert. Dabei hat sie die Startrampe schwer beschädigt. Nach Einschätzung der NASA könnten die Reparaturen bis 2028 dauern, was erhebliche Folgen für das US-Mondprogramm Artemis haben könnte.


Bild: X/BlueOrigin

Die Schwerlastrakete New Glenn des Raumfahrtunternehmens Blue Origin ist am vergangenen Donnerstag bei einem Triebwerkstest auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida explodiert. Die Startrampe wurde dabei nach Angaben aus Branchenkreisen praktisch zerstört. Verletzt wurde niemand, und keine der 48 geplanten Nutzlastsatelliten befanden sich zum Zeitpunkt der Explosion an Bord.

Routinetest vor dem vierten Start endet in Desaster

Die New Glenn ist eine der leistungsstärksten Schwerlastraketen, die derzeit kommerziell betrieben werden. Das Unternehmen des Amazon-Gründers Jeff Bezos entwickelt sie als direkten Konkurrenten zur Falcon-9-Rakete von SpaceX, das die kommerzielle Raumfahrt derzeit dominiert. Der anstehende vierte Start sollte 48 Satelliten für das Internetsatellitensystem von Amazon ins All bringen. Bei dem fehlgeschlagenen Test, einem sogenannten Statikzündungstest, sollten die Triebwerke regulär zünden, die Rakete jedoch am Boden bleiben. Stattdessen kam es zu einer massiven Explosion, die auf einem Livestream als großer Feuerball zu sehen war.

Für Blue Origin ist der Vorfall ein erheblicher Rückschlag. Die New Glenn hatte beim Erstflug im Januar 2025 direkt den Orbit erreicht, beim zweiten Flug zwei NASA-Marsorbiter transportiert und war auch beim dritten Start im April erfolgreich geflogen, obwohl dabei ein Satellit in einer falschen Umlaufbahn abgesetzt worden war.

Reparaturen könnten bis 2028 dauern

NASA-Chef Jared Isaacman schätzte gegenüber dem US-Sender CNBC, dass die Reparaturen an der zerstörten Startrampe möglicherweise bis 2028 dauern könnten. Das hätte weitreichende Folgen: Blue Origin ist als Vertragspartner der NASA auch in das Mondprogramm Artemis eingebunden, mit dem die USA bis spätestens 2029 erstmals seit den Apollo-Missionen wieder Menschen auf den Mond bringen wollen. Die Ursache der Explosion ist noch ungeklärt. Blue Origin und die NASA haben Untersuchungen eingeleitet. Über mögliche Konsequenzen für laufende Raumfahrtprogramme will die Behörde nach Abschluss der Untersuchung informieren.