11.05.2026 - Allgemein, Luftfahrt

Rheinmetall und Telekom wollen Drohnen-Schutzschild entwickeln

Rheinmetall und die Deutsche Telekom wollen gemeinsam Städte und kritische Infrastrukturen in Deutschland vor Drohnen und Sabotage schützen. Konkrete Details zur Zusammenarbeit sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen.


Symbolbild: pexels.com/Daniel Reche

Rheinmetall und die Deutsche Telekom wollen einen gemeinsamen Abwehrschirm gegen Drohnen und Sabotage aufbauen. Das gaben die beiden Unternehmen im Vorfeld der Sicherheitsfachmesse AFCEA in Bonn bekannt. Ziel ist der Schutz von Städten und kritischen Infrastrukturen in Deutschland.

Hintergrund ist die sich verschärfende Sicherheitslage: Hybride Bedrohungen durch Sabotage und unerlaubte Drohnenflüge nehmen nach Einschätzung beider Unternehmen kontinuierlich zu.

Ein Plan, viele Bedrohungen

Konkret wollen Rheinmetall und Telekom einen sogenannten Multi-Threat-Protection-Ansatz entwickeln – ein Konzept, das Cybersicherheit und den physischen Schutz von Liegenschaften, die sogenannte Perimeter-Sicherheit, miteinander verbindet. Rheinmetall-Chef Armin Papperger betonte, die Bedrohung durch Drohnen sei „hochgradig digital" und erfordere die Kombination aus Sensorik, Effektoren und sicheren Kommunikationsnetzen. Telekom-Chef Tim Höttges verwies auf die Kompetenz des Konzerns bei Konnektivität, Cloud und Datenanalyse. Details zur konkreten Umsetzung wollen beide Unternehmen später bekanntgeben.

Bewährte Technik, neue Herausforderungen

Die Telekom ist seit 2017 in der Drohnenabwehr aktiv und hat Erfahrung mit dem Schutz kritischer Infrastrukturen sowie von Großveranstaltungen – darunter die Fußball-Europameisterschaft 2024, bei der das Unternehmen im Polizeiauftrag illegale Drohnenflüge detektierte. Kernstück ist dabei die sogenannte RF-Detektion: Die Mehrzahl der Drohnen kommuniziert per Radiofrequenz (RF) mit ihrer Fernsteuerung, was passive Sensoren sichtbar machen können. Laut Telekom decken solche RF-Sensoren derzeit mehr als 90 Prozent aller Drohnen im unteren Luftraum ab. Rheinmetall wiederum bringt Expertise in der Flugabwehr ein – Effektoren des Konzerns sind bereits in der Ukraine und im Nahen Osten im Einsatz. Seit Dezember 2025 läuft zudem eine Partnerschaft mit der Polizei Hamburg und der Hamburg Port Authority zum Schutz des Hafens.

Die wachsende Zahl mobilfunkgesteuerter Drohnen stellt die Sicherheitsbehörden jedoch vor neue Probleme: Anders als funkgesteuerte Geräte lassen sich diese mit klassischer RF-Technik kaum erfassen. Die Telekom forscht daher gemeinsam mit der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg daran, das Mobilfunknetz selbst als Sensor zu nutzen – es soll künftig Auffälligkeiten im Datenverkehr erkennen, die auf Drohnensteuerung hindeuten. Technische Grundlage ist ein 5G-Standalone-Netzwerk auf dem Uni-Campus, das auf Ericsson-Technik basiert.

Quelle: https://www.telekom.com/de/medien/medieninformationen/detail/rheinmetall-und-telekom-wollen-drohnen-schutzschild-entwickeln-1104830