THWS erhält neue Förderung für Brennstoffzellen-Antrieb
Die Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) erhält eine neue Förderung durch das Luftfahrtforschungsprogramm des Bundes, um gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Kasaero ein modulares Brennstoffzellen-Antriebssystem für Leichtflugzeuge weiterzuentwickeln. Grundlage ist der wasserstoffbetriebene Reisemotorsegler Taifun 17 H2, der bereits flugfähig ist und auf seine Verkehrszulassung wartet.
Ein Team der Fakultät Maschinenbau der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) hat eine neue Förderung durch das Luftfahrtforschungsprogramm des Bundes erhalten. Damit soll die Forschung am wasserstoffbetriebenen Reisemotorsegler Taifun 17 H2 weitergehen. Gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Kasaero entwickelt das Team um Dekan Prof. Dr. Johannes Paulus ein modulares elektrisches Brennstoffzellen-Antriebssystem.
Projekt und Förderung
Am Taifun arbeiten Forschende der THWS bereits seit mehreren Jahren, mit dem Ziel eines klimaneutralen Antriebs für Leichtflugzeuge. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das aktuelle Projekt mit knapp zwei Millionen Euro, wovon rund 890.000 Euro an die THWS gehen. Es handelt sich bereits um die zweite Förderung für das Vorhaben. Der Taifun ist im aktuellen Zustand flugfähig, allerdings prüft das Luftfahrt-Bundesamt seit einigen Monaten den Antrag auf eine vorläufige Verkehrszulassung, da der Brennstoffzellenantrieb auch für die Behörde Neuland ist. Bereits durchgeführt wurden Roll-Tests auf dem Verkehrslandeplatz Haßfurt-Haßberge, bei denen bis kurz vor dem Abheben Gas gegeben und dann wieder abgebremst wurde. Sobald die Genehmigung vorliegt, soll der „Taifun“ noch in diesem Jahr seinen Erstflug absolvieren.
Der Antrieb kombiniert zwei Systeme: einen direkten elektrischen Antrieb über eine Batterie sowie einen Antrieb über eine Wasserstoff-Brennstoffzelle, die je nach Bedarf als Range Extender oder als Booster dient. Dadurch lassen sich sowohl die Reichweite als auch die maximale Antriebsleistung des Flugzeugs steigern.
Nächste Schritte und Bedeutung
Mit der neuen Förderung soll der Antrieb nun kleiner, leichter und besser an unterschiedliche Flugzeugtypen anpassbar werden. Ein modularer Aufbau würde es ermöglichen, das System auch in anderen, ähnlich konstruierten Leichtflugzeugen einzusetzen. Um in den Bauraum gängiger Flugzeugmotoren zu passen und deren Gewicht zu unterbieten, arbeitet das Team vor allem an einer stärkeren Integration der Leistungselektronik und an optimierten Kühlsystemen. Ein besseres Zusammenspiel von Elektro- und Brennstoffzellenantrieb soll zudem die Flugeigenschaften verbessern und erlauben, die Pufferbatterie zu verkleinern, was sich positiv auf das Gesamtgewicht auswirkt.
Laut Prof. Dr. Paulus sind bereits weitere Drittmittelprojekte mit Industriepartnern in Vorbereitung, etwa zu einer leichteren Batterie und einem neuen Kühlkonzept. Die THWS bietet seit 2020 als erste Hochschule in Deutschland den Studiengang Wasserstoff- und Verfahrenstechnik an und verfügt seit Mai 2026 über ein eigenes Wasserstoff-Technikum in Schweinfurt.

