02.07.2026 - Allgemein, Luftfahrt

Universität Siegen erhält Förderung für koordinierte Drohnenlogistik

Die Universität Siegen erhält knapp eine Million Euro Förderung vom Land NRW für das Forschungsprojekt CODROMO, das Drohnenlogistik im städtischen Raum sicher koordinieren soll. Kernstück ist eine mobile Leitstelle, die künftig Drohnenflüge verschiedener Betreiber überwacht und Kollisionen im Luftraum vermeiden hilft.


Bild: Universität Siegen

Die Universität Siegen erhält knapp eine Million Euro Förderung vom Land Nordrhein-Westfalen für das Forschungsprojekt CODROMO. Ziel ist ein System, das Drohnenlogistik im städtischen Raum sicher koordiniert. Gefördert wird das Vorhaben vom NRW-Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr (MUNV), das NRW als führenden Standort für Drohnentechnologie positionieren will.

Warum ein koordinierter Luftraum für Drohnen nötig wird

Aktuell ist das Verkehrsaufkommen von Logistik-Drohnen noch gering, einzelne Betreiber wie Kooperationspartner Morpheus Logistik GmbH nutzen aber bereits eigene Drohnenrouten. Fachleute rechnen damit, dass in den kommenden zehn Jahren deutlich mehr Drohnen unterwegs sein werden, weshalb es laut Universität Siegen robuste, skalierbare Systeme für einen kontrollierbaren Luftraum braucht.

„Die Förderung zeigt einmal mehr, wie viel Potenzial in einer starken Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft steckt“, sagt Prof. Dr. Stefanie Reese, Rektorin der Universität Siegen. Ein Teil der Arbeit gilt zudem der Kooperation mit dem Katastrophenschutz: Feuerwehr Siegen, DLRG und THW sind eingebunden, damit Drohnenlogistik künftig Rettungshubschraubern nicht in die Quere kommt.

Eine mobile Leitstelle soll den Luftraum überwachen

Kernstück des Projekts ist eine zentrale, mobile Leitstelle als containerbasierte Lösung, kompakt und leicht genug für den Transport auf einem Lkw. Sie soll zunächst nahe dem Campus „Unteres Schloss“ stehen und danach, dem Wunsch des Ministeriums entsprechend, noch fünf weitere Jahre sichtbar in der Stadt bleiben, damit sich die Bevölkerung mit dem System vertraut machen kann. Von der Leitstelle aus sollen Drohnenflüge verschiedener Betreiber koordiniert werden. Dafür entwickelt das Forschungsteam ein System zur Überwachung und Kollisionsvermeidung, das Konflikte im Luftraum automatisch entschärfen oder von vornherein verhindern soll. Menschliches Personal überwacht das System weiterhin, da Regeln, Sicherheit und Verantwortung entscheidend bleiben. Erprobt wird die Technik im Raum Siegen und Kreuztal, später soll sie auf andere Kommunen übertragbar sein.

Genutzt werden soll die Infrastruktur vor allem für Transporte, bei denen Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit zählen, etwa Ersatzteile aus der Industrie, medizinische Proben oder Medikamente für die Notfallversorgung. Solche Schnelltransporte sind laut Universität Siegen bislang oft nicht in der nötigen Form möglich. Ziel sei ein System, das sich auf andere Gebiete übertragen lasse und auch kleine Unternehmen anwenden könnten, um so ihr Geschäftsmodell zu erweitern. Das Vorhaben ist im Mai 2026 gestartet und läuft zweieinhalb Jahre unter Koordination von Dr. Jürgen Daub. Beteiligt sind neben der Universität Siegen die Morpheus Logistik GmbH, die Wirtschaftsförderung der Stadt Siegen und assoziiert die Karl Koerschulte GmbH.

Quelle: https://www.uni-siegen.de/news/drohnenlogistik-soll-sicherer-werden-millionenfoerderung-fuer-die-uni-siegen