03.07.2026 - Allgemein, Raumfahrt

NASA-Teleskop Swift bekommt Rettung aus dem All

Der Servicesatellit LINK von Katalyst Space hat am 3. Juli 2026 erfolgreich Kontakt zur Bodenstation aufgenommen und damit den ersten Schritt seiner Mission abgeschlossen, das NASA-Teleskop Swift vor dem Absturz in die Erdatmosphäre zu bewahren. In den kommenden Monaten soll LINK das Observatorium greifen und auf eine höhere Umlaufbahn anheben.


Bild: NASA

Ein robotischer Servicesatellit hat am 3. Juli 2026 erstmals Kontakt zur Bodenstation aufgenommen und damit die erste Etappe seiner Mission erfolgreich abgeschlossen. Der Satellit LINK des Unternehmens Katalyst Space soll das Weltraumteleskop Swift der NASA auf eine höhere Umlaufbahn heben. Wenige Stunden zuvor war LINK mit einer Pegasus-XL-Rakete von Northrop Grumman vom Kwajalein-Atoll im Südpazifik gestartet.

Die Swift-Mission und ihr Zweck

Das Neil Gehrels Swift Observatory ist seit November 2004 im Einsatz und beobachtet den Himmel in verschiedenen Wellenlängenbereichen. Es reagiert besonders schnell auf kurzlebige kosmische Ereignisse und alarmiert andere Observatorien am Boden und im All für Anschlussbeobachtungen. Wie alle Satelliten in der niedrigen Erdumlaufbahn verliert Swift durch die Reibung der Erdatmosphäre kontinuierlich an Höhe. Erhöhte Sonnenaktivität hat diesen Effekt zuletzt verstärkt, sodass die Umlaufbahn schneller absank als erwartet. Ohne Gegenmaßnahmen wäre Swift bereits in diesem Jahr in die Atmosphäre eingetreten. Anstatt das Observatorium wie üblich verglühen zu lassen, nutzt die NASA die Situation, um die kommerzielle Satellitenwartung in den USA voranzubringen.

Ablauf der Rettungsmission und Zeitplan

Im September 2025 beauftragte die NASA Katalyst Space mit der Rettungsmission. Dem Unternehmen blieb weniger als ein Jahr, um LINK zu entwickeln, zu bauen, zu testen und zu starten. Der Satellit wiegt rund 400 Kilogramm, misst etwa 1,5 Meter und verfügt über knapp sechs Meter lange Solarpaneele, die drei Ionentriebwerke und drei robotische Arme mit Energie versorgen. Der ursprünglich für Ende Juni geplante Start verzögerte sich mehrfach wegen ungünstiger Wetterbedingungen und eines Softwarefehlers im Navigationssystem der Pegasus-Rakete, bevor er am 3. Juli 2026 gelang. In den kommenden Wochen prüft das Team von Katalyst nun Antrieb, Sensorik und Navigation des Satelliten. Anschließend nähert sich LINK dem Observatorium, vermisst es und greift es schließlich mit seinen robotischen Armen. Über mehrere Monate hinweg soll der Satellit Swift danach schrittweise auf eine Umlaufbahn von rund 600 Kilometern Höhe anheben, nahe an die ursprüngliche Position des Observatoriums.

Quelle (Englisch): https://science.nasa.gov/category/missions/swift/swift-boost-mission/