Neues Projekt TransEuroOGS wird optische Bodenstationen in Europa miteinander verbinden
Als neues Forschungsprojekt zur Infrastrukturentwicklung im Rahmen der EuroQCI-Initiative zielt TransEuroOGS darauf ab, ein quantengesichertes Netz interoperabler optischer Bodenstationen für satellitengestützte Kommunikation in vier EU-Mitgliedstaaten aufzubauen: Deutschland, Griechenland, Irland und Luxemburg. Mit einem Budget von rund 18 Millionen Euro, das von der Europäischen Union und den Regierungen der beteiligten Mitgliedsstaaten kofinanziert wird, ist das Projekt nun offiziell mit einer Auftaktveranstaltung in Berlin und Jena gestartet.
Deutschland, Griechenland, Irland und Luxemburg haben ein gemeinsames Forschungsprojekt gestartet, das die Kommunikation über Satelliten künftig nahezu unknackbar machen soll. Auftakt war eine zweitägige Veranstaltung Ende April in Berlin und Jena.
Schlüssel aus dem Weltall
Hinter dem Projektnamen TransEuroOGS steckt folgende Idee: Acht sogenannte optische Bodenstationen sollen künftig Signale von Satelliten empfangen und diese in lokale Glasfasernetze einspeisen. Der entscheidende Unterschied zu herkömmlichen Systemen liegt in der verwendeten Technologie: die Quantenschlüsselverteilung. Dabei werden Verschlüsselungscodes mithilfe einzelner Lichtteilchen übertragen. Ein Abhörversuch verändert diese Teilchen physikalisch und ist damit sofort erkennbar. Das macht das Verfahren grundsätzlich sicherer als klassische Verschlüsselungsmethoden, die mit wachsender Rechenleistung zunehmend angreifbar werden.
Das Projekt ist Teil der europäischen EuroQCI-Initiative, mit der die EU eine kontinentweite Quantenkommunikationsinfrastruktur aufbauen will. TransEuroOGS soll dabei eine Brücke zwischen dem Weltall und dem Boden schlagen, also zwischen Satelliten und den lokalen Datennetzen der beteiligten Länder. Besonders relevant sind dabei die geplanten europäischen Satellitenmissionen EAGLE-1 und SAGA, auf die die Bodenstationen technisch vorbereitet werden sollen. Die geografische Streuung der Stationen von Irland im Nordwesten bis Griechenland im Südosten ist dabei bewusst gewählt: Unterschiedliche Wetterbedingungen und Umgebungen sollen zeigen, unter welchen realen Bedingungen das System funktioniert.
18 Millionen Euro, 15 Partner, dreieinhalb Jahre
Finanziert wird das Vorhaben mit rund 18 Millionen Euro. Ein Teil kommt aus dem EU-Förderprogramm CEF Digital, der Rest aus nationalen Mitteln der vier beteiligten Staaten. In Deutschland steuert das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt die nationale Kofinanzierung bei. Projektkoordinator ist das Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik in Jena.
Insgesamt sind 15 Partner beteiligt: Universitäten, Unternehmen, Forschungseinrichtungen sowie zwei nationale Weltraumagenturen und zwei Ministerien. Die Laufzeit beträgt dreieinhalb Jahre. Am Ende soll eine grenzüberschreitende Demonstration stehen, die beweist, dass die Stationen tatsächlich gemeinsam und kompatibel funktionieren.
Quelle: https://www.iof.fraunhofer.de/de/presse-medien/pressemitteilungen/2026/TransEuroOGS-Kickoff.html

