Neuer Raketenantrieb im Test: Astrobotic erreicht mögliche Rekordlaufzeit
Astrobotic hat am NASA Marshall Space Flight Center ein neuartiges Rotations-Detonations-Triebwerk erfolgreich getestet, das über 470 Sekunden stabil lief und dabei einen möglichen Rekord von 300 Sekunden ununterbrochener Brenndauer erreichte. Die Ergebnisse zeigen, dass diese effizientere Antriebstechnologie künftig die Leistungsfähigkeit von Raumfahrzeugen steigern und unter anderem bei Mondlandern sowie orbitalen Transportmissionen eingesetzt werden könnte.
Das US-Raumfahrtunternehmen Astrobotic hat einen wichtigen Test für eine neuartige Raketentechnologie abgeschlossen. Am NASA Marshall Space Flight Center wurden zwei Prototypen des sogenannten „Chakram“-Triebwerks erfolgreich gezündet und mehrfach getestet. Insgesamt liefen die Triebwerke mehr als 470 Sekunden ohne erkennbare Schäden – ein ungewöhnlich stabiler Wert für eine noch junge Technologie. Besonders bemerkenswert ist ein durchgehender Testlauf von 300 Sekunden, der nach Angaben des Unternehmens einen Rekord für diese Antriebsart darstellen könnte.
Auch die Leistung ist beachtlich: Jedes Triebwerk erzeugte über 1800 Kilogramm Schub. Dass die Tests größtenteils unter stabilen Bedingungen verliefen, gilt als wichtiger Schritt, da genau diese Zuverlässigkeit bislang eine der größten Herausforderungen war. Die Ergebnisse könnten daher den Weg für leistungsfähigere und effizientere Raumfahrzeuge ebnen.
Hinter dem Test steht ein sogenanntes „Rotating Detonation Rocket Engine“ (RDRE), also ein Rotations-Detonations-Triebwerk. Im Gegensatz zu herkömmlichen Raketenmotoren, bei denen Treibstoff kontinuierlich verbrannt wird, nutzt dieses System schnell rotierende Druckwellen – vergleichbar mit kleinen, sich ständig wiederholenden Explosionen. Diese bewegen sich im Kreis durch eine ringförmige Brennkammer.
Der Vorteil: Aus der gleichen Menge Treibstoff kann mehr Energie gewonnen werden. Das macht den Antrieb effizienter und ermöglicht es, bei gleichem Gewicht mehr Leistung zu erzeugen oder Nutzlasten zu erhöhen. Gleichzeitig kann das Triebwerk kompakter gebaut werden, was bei Raumfahrzeugen ein entscheidender Faktor ist.
Die Tests zeigen nun, dass diese theoretischen Vorteile auch praktisch erreichbar sein könnten. Künftig plant Astrobotic, die Technologie weiterzuentwickeln und in verschiedenen Raumfahrzeugen einzusetzen – etwa bei Mondlandern oder Transportfahrzeugen im Erdorbit. Damit könnte der Antrieb langfristig eine Rolle bei der Erschließung des Raums rund um den Mond spielen.
Quelle (Englisch): https://www.astrobotic.com/astrobotic-breaks-records-for-rotating-detonation-rocket-engine-hot-fire/

