NASA bringt neuen CubeSat der R5-Serie ins All
Die NASA hat mit R5-S9 den neuesten Satelliten ihrer CubeSat-Reihe R5 gestartet, der mit handelsüblichen Komponenten und in nur vier Monaten Entwicklungszeit entstand. An Bord befinden sich Technologien für autonome Beobachtung und optische Kommunikation, die im Orbit getestet werden sollen.
Der vom Johnson Space Center der NASA in Houston entwickelte CubeSat R5-S9 ist am Dienstag, den 7. Juli, um 12:12 Uhr PDT an Bord einer Falcon 9 von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien gestartet. Der Start erfolgte im Rahmen der Sammelmission Transporter-17 von SpaceX.
Kostengünstige Technologieerprobung im Orbit
R5-S9 ist der jüngste Satellit der R5-Serie der NASA, die neue Ansätze für den Bau und Betrieb von Raumfahrzeugen erprobt. Statt auf eigens angefertigte Hardware zu setzen, verwendet das R5-Projekt handelsübliche Komponenten und entwickelt eigene Systeme nur dort, wo es notwendig ist. Jeder Satellit der Serie baut dabei auf den Erkenntnissen seines Vorgängers auf, wodurch sich die Leistungsfähigkeit schrittweise verbessert, während Kosten und Entwicklungszeit deutlich unter denen klassischer Missionen bleiben.
An Bord von R5-S9 befinden sich mehrere Technologieprototypen, die im Orbit getestet werden sollen. In Zusammenarbeit mit den Sandia National Laboratories demonstriert die Mission eine Technologie, die mittels Edge Computing eine autonome Beobachtung von Phänomenen auf der Erde und im Weltraum ermöglichen soll. Zusätzlich soll ein neues, kostengünstiges optisches Kommunikationssystem der Aerospace Corporation erprobt werden, das über den Center Innovation Fund der NASA gefördert wurde.
Was den Satelliten von seinen Vorgängern unterscheidet, zeigt sich vor allem in der Entwicklungszeit. Aufbauend auf den bisherigen Prozessverbesserungen der R5-Serie benötigte das Team für R5-S9 nur rund vier Monate von der Konzeption bis zur Auslieferung und integrierte dabei eine Reihe von Verbesserungen am grundlegenden R5-Bus. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse zur gezielten Auswahl und Prüfung kommerzieller Komponenten für den Einsatz im Weltraum werden mit der breiteren Kleinsatelliten-Gemeinschaft geteilt, damit andere Projekte davon profitieren können.
Den Start organisierte das in Houston ansässige Unternehmen SEOPS im Auftrag der NASA im Rahmen eines Auftrags unter dem VADR-Vertrag (Venture-class Acquisition of Dedicated and Rideshare) der Agentur. Diese flexiblen Verträge setzen auf kommerzielle Verfahren, um Startkosten zu senken und so auch kleinen, aber leistungsfähigen Satelliten den Zugang zum All zu erleichtern. Verantwortlich für die R5-Missionsreihe ist die Abteilung Small Spacecraft & Distributed Systems am Ames Research Center der NASA in Kalifornien, zusätzliche Mittel stellt die Engineering Directorate des Johnson Space Center bereit. Der VADR-Vertrag selbst wird vom Launch Services Program der NASA am Kennedy Space Center in Florida verwaltet.
Quelle (Englisch): https://www.nasa.gov/blogs/smallsatellites/2026/07/10/nasa-cubesat-to-speed-technology-testing-in-orbit/

