29.04.2026 - Allgemein, Luftfahrt

IATA-Zahlen: Inlandsflüge boomen, internationaler Verkehr nimmt ab

Die weltweite Nachfrage nach Flugreisen ist im März 2026 nur moderat gestiegen laut Zahlen der International Air Transport Association (IATA). Während der Inlandsverkehr robust blieb, sorgen steigende Kerosinpreise und geopolitische Unsicherheiten für zunehmenden Druck auf die Branche.


Symbolbild: pexels.com/Rafael Minguet Delgado

Die weltweite Nachfrage nach Flugreisen ist im März 2026 weiter gestiegen, allerdings deutlich langsamer als zuletzt. Nach Daten des Branchenverbands International Air Transport Association (IATA) legte die Verkehrsleistung gemessen in Passagierkilometern um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Gleichzeitig ging die angebotene Kapazität um 1,7 Prozent zurück. Die Auslastung der Maschinen stieg dadurch auf 83,6 Prozent. Ausschlaggebend für das vergleichsweise schwache Wachstum war vor allem ein massiver Einbruch im internationalen Verkehr, während sich Inlandsflüge deutlich dynamischer entwickelten.

Einbruch im internationalen Verkehr durch Nahost-Krise

Im internationalen Luftverkehr kam es erstmals seit 2021 zu einem Rückgang. Die Nachfrage sank um 0,6 Prozent, während die Kapazität um 6,2 Prozent zurückging. Besonders stark wirkte sich die Lage im Nahen Osten aus: Airlines aus der Region verzeichneten einen Rückgang der Nachfrage um 60,8 Prozent. Hintergrund ist der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran, der zu weitreichenden Luftraumsperrungen geführt hat. In anderen Weltregionen zeigte sich hingegen ein gegenteiliger Trend: In Asien-Pazifik stieg die Nachfrage um 11,5 Prozent, in Europa um 7,7 Prozent und in Afrika sogar um 19,2 Prozent. Auch Lateinamerika verzeichnete ein Plus von 12,1 Prozent. Ohne den Einbruch im Nahen Osten hätte das weltweite Wachstum laut IATA bei rund acht Prozent gelegen.

Inlandsverkehr wächst – Unsicherheit beim Kerosinpreis

Während internationale Strecken schwächelten, entwickelte sich der Binnenmarkt robust. Die Nachfrage nach Inlandsflügen stieg um 6,5 Prozent, die Kapazität nahm um 5,6 Prozent zu. Vor allem China und Brasilien trugen mit zweistelligen Wachstumsraten zur Entwicklung bei. Dennoch bleibt die Lage für die Branche angespannt. IATA-Chef Willie Walsh warnte vor möglichen Engpässen und steigenden Preisen beim Flugtreibstoff. Besonders Regionen mit hoher Abhängigkeit von Lieferungen aus dem Golf könnten betroffen sein. Zwar zeigen sich bislang weder Nachfrage noch Buchungen beeinträchtigt, doch könnte sich dies bei anhaltend hohen Preisen ändern. Für die kommende Sommersaison erwartet die Branche dennoch eine weiterhin hohe Reisetätigkeit – allerdings unter wachsendem Druck durch geopolitische Risiken und steigende Betriebskosten.

Quelle (Englisch): https://www.iata.org/en/pressroom/2026-releases/2026-04-29-04/