03.09.2026 - Allgemein, DGLR, DGLR-Inforadar, Raumfahrt

Forschungszentrum beteiligt sich an seiner Raketen-Ausgründung

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat sich an einer Finanzierungsrunde der HyImpulse Technologies GmbH beteiligt. Das Unternehmen war 2018 aus dem DLR-Institut für Raumfahrtantriebe hervorgegangen und entwickelt Trägerraketen mit Hybridantrieb. Die Mitteilung datiert vom 2. September 2026.


Bild: HyImpulse Technologies

Fester Brennstoff, flüssiger Sauerstoff

Ein Hybridantrieb steht zwischen den beiden verbreiteten Bauweisen. Ein Feststofftriebwerk ist einfach aufgebaut, lässt sich nach dem Zünden aber weder regeln noch abschalten. Ein Flüssigkeitstriebwerk ist regelbar, erfordert dafür aber Pumpen, Leitungen und Tanks für zwei flüssige Stoffe. Beim Hybridantrieb liegt der Brennstoff fest in der Brennkammer, der Sauerstoff wird flüssig zugeführt. Damit lässt sich der Schub über die Sauerstoffzufuhr steuern und der Antrieb abschalten, während die Anlage einfacher bleibt als bei einem reinen Flüssigkeitstriebwerk. HyImpulse verwendet Paraffin als Brennstoff, also im Kern denselben Stoff wie eine Kerze. Nach Angaben des Unternehmens ist er ungiftig, umweltverträglich und einfach zu lagern, weil er nicht explosionsfähig ist. Erprobt werden die Triebwerke am DLR-Standort Lampoldshausen. Das Führungsteam bringt nach Unternehmensangaben mehr als 15 Jahre Erfahrung mit dieser Antriebsart und über 100 durchgeführte Versuche mit.

Von der Höhenforschungsrakete zum Orbitalträger

Mit der Höhenforschungsrakete SR75 gelang 2024 ein Testflug, ein zweiter ist für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen. Der eigentliche Schritt steht danach an: Die dreistufige SL1 soll ab 2027 bis zu 600 Kilogramm in eine niedrige Erdumlaufbahn in rund 500 Kilometern Höhe bringen. Als Startort ist Schottland vorgesehen. An der Finanzierungsrunde beteiligten sich neben dem Forschungszentrum mehrere Wagniskapitalgeber sowie die Förderbanken Bayern Kapital, NRW.Bank und BW-Capital und ein Technologietransferfonds. Die Beteiligung ist ein Beispiel dafür, wie Forschungsergebnisse aus einer Großforschungseinrichtung in ein Unternehmen überführt werden. Zusammen mit den Verträgen der European Launcher Challenge zeigt sie, dass sich in Deutschland derzeit mehrere Anbieter für kleine Trägerraketen parallel entwickeln.

Quelle: https://www.dlr.de/de/aktuelles/nachrichten/2026/dlr-beteiligt-sich-an-ausgruendung-hyimpulse

(Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI erstellt.)