03.09.2026 - Allgemein, DGLR, DGLR-Inforadar, Raumfahrt

Europa bekommt seinen ersten Mondrover

Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat den Vertrag für ihr erstes Mondfahrzeug unterzeichnet. Der Rover trägt den Namen MAGPIE, Hauptauftragnehmer ist das Unternehmen ispace-Europe. Die Unterzeichnung fand bei der Veranstaltung Space for Inspiration in Kopenhagen statt, die Organisation berichtete am 2. September 2026 darüber.


Bild: ispace

Suche nach Wasser am Südpol

Der Name steht für Mission for Advanced Geophysics and Polar Ice Exploration. Ziel ist die Südpolregion des Mondes. Dort gibt es Krater, deren Böden wegen der geringen Neigung der Mondachse dauerhaft im Schatten liegen und in denen sich über lange Zeiträume Wassereis gehalten haben könnte. Der Rover soll vier Geräte mitführen: ein Bohrgerät, ein Analysegerät für flüchtige Stoffe, ein Bodenradar und einen Neutronendetektor. Das Bodenradar durchleuchtet den Untergrund mit Radiowellen und macht Schichtgrenzen sichtbar. Der Neutronendetektor spricht auf Wasserstoff an, weil Neutronen beim Zusammenstoß mit Wasserstoffkernen besonders stark abgebremst werden, und liefert damit einen Hinweis auf gebundenes Wasser. Die Betriebsdauer auf der Oberfläche ist mit etwa zehn Erdtagen angesetzt, danach endet der Mondtag und die Temperaturen fallen so weit ab, dass die Elektronik ohne Heizung nicht überlebt.

Start 2029 mit einem japanischen Landegerät

Zur Oberfläche gebracht wird der Rover von einem Landegerät des Unternehmens ispace, das seine vierte Mondmission für 2029 vorbereitet. Die japanische Raumfahrtbehörde JAXA ist beteiligt. Das Vorhaben gehört zu einer Initiative der Europäischen Weltraumorganisation ESA mit dem Namen Moon Explore, die auf kürzere Entwicklungszeiten und geringere Kosten setzt als klassische Wissenschaftsmissionen. Für Europa ist es der erste eigene Rover auf einem anderen Himmelskörper. Bisher war die europäische Beteiligung an Mondmissionen auf Instrumente, Bodensegmente und Zulieferteile beschränkt. Wasser am Mond ist für die weitere Erkundung von Interesse, weil es sich zu Trinkwasser, Atemluft und Treibstoff verarbeiten ließe und damit Transporte von der Erde einsparen würde.

Quelle: https://www.esa.int/Science_Exploration/Human_and_Robotic_Exploration/ESA_s_first_lunar_rover_rolls_forward

(Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI erstellt.)