ESA treibt Laser-Kommunikationsnetz HydRON voran
Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat mit der Vergabe eines neuen Auftrags die nächste Phase ihres Laserkommunikationsprojekts HydRON gestartet. Ziel ist ein leistungsfähiges, sicheres Datennetz im All, das bestehende Systeme ergänzt und deutlich höhere Übertragungsraten ermöglicht.
Die Europäische Weltraumorganisation ESA treibt den Aufbau eines weltraumgestützten Hochgeschwindigkeits-Datennetzes voran und hat dafür einen neuen Auftrag vergeben: Das kanadische Unternehmen Kepler Communications übernimmt eine zentrale Rolle in der nächsten Phase des Projekts HydRON. Der Vertrag markiert einen weiteren Schritt hin zu einem globalen, laserbasierten Kommunikationssystem im All.
Vom Glasfaserkabel ins All
Das HydRON-Programm (High-throughput Optical Network) verfolgt das Ziel, die Prinzipien terrestrischer Glasfasernetze in den Weltraum zu übertragen. Statt Daten ausschließlich über Funkverbindungen zu senden, setzt das System auf Laserkommunikation zwischen Satelliten und Bodenstationen. Diese Technologie ermöglicht deutlich höhere Datenraten, geringere Verzögerungen und eine stabilere Verbindung – ein Vorteil vor allem angesichts zunehmend ausgelasteter Funkfrequenzen.
Geplant ist ein mehrschichtiges Netzwerk: Zunächst sollen Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn Daten untereinander weiterleiten. In einem zweiten Schritt wird das System auf höhere Umlaufbahnen ausgeweitet, um verschiedene Orbit-Ebenen miteinander zu verbinden. Der nun gestartete dritte Abschnitt zielt darauf ab, industrielle Partner stärker einzubinden und die Zusammenarbeit unterschiedlicher Technologien im All zu erproben.
Dabei geht es nicht nur um Geschwindigkeit, sondern auch um Sicherheit und Flexibilität. Laserverbindungen gelten als weniger störanfällig und schwerer abzufangen als klassische Funkverbindungen. Gleichzeitig soll HydRON zeigen, wie sich verschiedene europäische Technologien in ein gemeinsames System integrieren lassen – ein zentraler Punkt, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Industrie im Testbetrieb
Mit dem neuen Auftrag wird Kepler Satelliten bereitstellen, auf denen mehrere europäische Nutzlasten getestet werden. Dazu gehören unter anderem Technik zur Überwachung von Weltraumschrott sowie verschiedene optische Kommunikationssysteme. Ziel ist es, reale Einsatzbedingungen zu simulieren und die Zusammenarbeit der einzelnen Komponenten zu prüfen. In den kommenden Jahren sollen die Tests im Orbit ausgeweitet und die Leistungsfähigkeit des Systems weiter gesteigert werden. Langfristig will die ESA ein operatives Netzwerk aufbauen, das Daten nahezu in Echtzeit über verschiedene Umlaufbahnen hinweg überträgt und damit eine Grundlage für künftige Anwendungen von der Erdbeobachtung bis zur Tiefraumkommunikation schafft.
Quelle (Englisch): https://www.esa.int/Applications/Connectivity_and_Secure_Communications/ESA_begins_next_phase_of_fibre_in_the_sky_optical_communications_project_with_Canada

