ESA-Sonde Smile startet zur Erforschung des Erdmagnetfelds
Die Raumsonde Smile ist am 19. Mai 2026 erfolgreich vom europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana gestartet und soll erstmals mit Röntgen- und Ultraviolettkameras untersuchen, wie das Erdmagnetfeld auf den Sonnenwind reagiert. Die Mission ist ein Gemeinschaftsprojekt der ESA und der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und läuft über drei Jahre.
Die Raumsonde Smile ist am 19. Mai 2026 kurz vor fünf Uhr morgens mitteleuropäischer Zeit mit einer Vega-C-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana gestartet. Wenig später empfing die ESA-Bodenstation im australischen New Norcia das erste Signal, die Solarpanele fuhren planmäßig aus. Der Start gilt damit als erfolgreich.
Magnetfeld, Sonnenwind, Nordlicht
Das Erdmagnetfeld schützt den Planeten seit rund vier Milliarden Jahren vor dem sogenannten Sonnenwind, einem dauerhaften Strom geladener Teilchen, den die Sonne ins All schleudert. Ohne diesen Schutz wäre die Erde nach heutigem Forschungsstand längst zu einer lebensfeindlichen Wüste geworden. Wie genau diese Schutzwirkung funktioniert, wie das Magnetfeld auf Sonnenstürme reagiert und welche Folgen das für die Erde hat, ist trotz jahrzehntelanger Forschung noch nicht vollständig verstanden.
Genau hier setzt Smile an. Der Name steht für Solar Wind Magnetosphere Ionosphere Link Explorer, also einen Erkundungssatelliten für die Verbindung zwischen Sonnenwind, Magnetfeld und der obersten Atmosphärenschicht. Die Mission ist ein gemeinsames Projekt der ESA und der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und damit das erste Vorhaben, das beide Partner gemeinsam von der Planung bis zum Start und Betrieb entwickelt haben. Der finanzielle Beitrag der ESA beläuft sich auf 130 Millionen Euro, an der Entwicklung waren Institutionen aus 14 europäischen Ländern beteiligt. Das Nutzlastmodul, also der Teil des Satelliten, der die wissenschaftlichen Instrumente trägt, wurde von Airbus Defence and Space in Spanien gebaut.
Smile trägt vier wissenschaftliche Instrumente an Bord. Das Herzstück ist eine Röntgenkamera, mit der erstmals Bilder der Grenzschicht zwischen Erdmagnetfeld und Sonnenwind aufgenommen werden sollen, der Stelle also, an der beide aufeinanderprallen. Ergänzt wird sie durch eine Ultraviolettkamera, die Polarlichter, also Nord- und Südlichter, über einen Zeitraum von 45 Stunden am Stück aufzeichnen soll. Das ist länger als bei jeder bisherigen Mission. Durch die gleichzeitige Auswertung beider Bildquellen soll in Echtzeit sichtbar werden, wie Sonnenstürme das Magnetfeld verformen und welche Kette von Ereignissen daraufhin bis zu den Polen führt. Verbesserte Modelle des Weltraumwetters könnten langfristig dazu beitragen, Satelliten, Stromnetze und Astronauten besser vor den Auswirkungen starker Sonnenstürme zu schützen.
Elliptische Umlaufbahn und Datenbeginn im Juli
Nach dem Start beginnt für das Team zunächst eine mehrwöchige Einrichtungsphase. Smile wird seine Umlaufbahn durch insgesamt elf Triebwerkszündungen schrittweise anheben, bis die Sonde eine stark elliptische Bahn erreicht, die sie bis auf 121.000 Kilometer über den Nordpol führt. In dieser Höhe werden die Daten gesammelt. Auf dem Rückweg zum Südpol, wo die Sonde bis auf 5.000 Kilometer an die Erde herantritt, werden sie zur Bodenstation übertragen.
Die eigentliche wissenschaftliche Arbeit soll im Juli beginnen, sobald Ausleger ausgefahren, Kameraabdeckungen geöffnet und alle Systeme geprüft sind. Die Mission ist auf drei Jahre angelegt.

