11.06.2026 - Allgemein, Raumfahrt

ESA-Komitee genehmigt Verlängerung von Weltraummissionen

Das Wissenschaftsprogrammkomitee der Europäischen Weltraumorganisation ESA hat bei seiner Sitzung am 10. und 11. Juni 2026 auf Teneriffa die Verlängerung von 13 aktiven Weltraummissionen sowie die offizielle Genehmigung der neuen Galaxien-Mission Arrakihs beschlossen. Zudem empfiehlt die ESA für ihre nächste mittelgroße Mission das Plasma Observatory, über das im November 2026 endgültig entschieden werden soll.


Bild: ESA/CNES/Avio/Optique Video du CSG–T. Leduc

Auf Teneriffa sind am 10. und 11. Juni 2026 Vertreterinnen und Vertreter der 23 ESA-Mitgliedstaaten zusammengekommen, um über die Zukunft des europäischen Weltraumwissenschaftsprogramms zu entscheiden. Das Wissenschaftsprogrammkomitee, das regulär dreimal jährlich tagt, hat dabei alle 13 Missionen verlängert, deren laufende Wissenschaftsphase noch vor Ende 2026 ausläuft. Zu den verlängerten Missionen gehören unter anderem das Weltraumteleskop Hubble, der Sonnensatellit Solar Orbiter sowie die Röntgenobservatorien XMM-Newton und XRISM. Besondere Bedeutung kommt der Verlängerung von Solar Orbiter zu: Die 2020 gestartete Sonde liefert derzeit die ersten Aufnahmen der Sonnenpole aus nächster Nähe und soll künftig noch höhere Breitengrade erkunden, um völlig neue Blickwinkel auf unseren Zentralstern zu ermöglichen.

Arrakihs und Plasma Observatory: Zwei neue Projekte im Fokus

Ebenfalls am 10. Juni genehmigte das Komitee offiziell die Mission Arrakihs, die zweite sogenannte Fast-Class-Mission der ESA. Dieser Missionstyp zeichnet sich dadurch aus, dass er auf bereits vorhandener Technologie aufbaut und damit schneller und kosteneffizienter realisierbar ist. Arrakihs soll das schwache Licht der Sternen- und Gashüllen rund um Galaxien einfangen und damit Fragen zur kosmischen Geschichte beantworten. Spanien übernimmt bei der Entwicklung eine führende Rolle. Der Start ist bis Ende 2030 geplant.

Noch nicht endgültig beschlossen, aber von der ESA bereits zur Annahme empfohlen, ist das Plasma Observatory als nächste mittelgroße Mission. Die formelle Entscheidung soll im November 2026 fallen. Das Plasma Observatory soll untersuchen, wie elektrisch geladene Teilchen aus der Sonne mit dem Magnetfeld der Erde wechselwirken und dabei Energie übertragen. Bisherige Missionen wie ESA-Cluster, die aus vier Raumsonden bestand, konnten diese Prozesse stets nur in einer räumlichen und zeitlichen Größenordnung gleichzeitig beobachten. Das Plasma Observatory hingegen soll aus sieben Raumfahrzeugen bestehen und damit erstmals in der Lage sein, solche Wechselwirkungen auf verschiedenen Skalen gleichzeitig zu messen. Da Plasma rund 99 Prozent der sichtbaren Materie im Universum ausmacht, versprechen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von der Mission grundlegende Erkenntnisse, die weit über das Erdmagnetfeld hinausreichen.

Quelle (Englisch): https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/ESA_science_missions_get_green_light_for_new_discoveries