27.08.2026 - Allgemein, DGLR, DGLR-Inforadar, Raumfahrt

Stromimpulse sollen das Muskeltraining im All verkürzen

Die Deutsche Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Charité in Berlin untersuchen auf der Internationalen Raumstation, ob elektrische Muskelstimulation das Training von Besatzungen wirksamer macht. Das Experiment trägt den Namen EasyMotion-2. Die Mitteilung stammt vom 25. August 2026.


Bild: ESA

Bis zu zweieinhalb Stunden Training am Tag

Auf der Erde arbeitet die Muskulatur bei jeder Bewegung gegen die Schwerkraft. In der Schwerelosigkeit fällt dieser Reiz weg, Muskeln und Knochen bauen ab. Besatzungen trainieren deshalb bis zu zweieinhalb Stunden täglich an Laufband, Fahrradergometer und Kraftgerät. Diese Zeit fehlt für wissenschaftliche Arbeit, und die Geräte gleichen den Abbau nicht vollständig aus. Das Experiment setzt auf einen Anzug mit dem Namen EasyMotionSkin, in den einzelne Hautelektroden eingearbeitet sind. Über eine Anwendung auf einem Tablet werden sie mit abgestuften Stromimpulsen versorgt, die einzelne Muskelgruppen gezielt zusammenziehen. Der Reiz erhöht die Grundspannung und verstärkt die Wirkung der Übungen. Der Anzug stammt von der EasyMotionSkin GmbH aus Leipzig und wurde von der OHB System AG für den Einsatz an Bord angepasst.

Erste Teilnehmerin und geplanter Umfang

Erste Teilnehmerin ist die Astronautin Sophie Adenot, die am 17. Juli 2026 mit einem sechswöchigen Programm begonnen hat. Der deutsche Astronaut Matthias Maurer hatte das System bereits während seiner Mission Cosmic Kiss in den Jahren 2021 und 2022 erprobt. Vorgesehen ist die Teilnahme von mindestens acht Besatzungsmitgliedern. Die wissenschaftliche Auswertung liegt beim Institut für Integrative Neuroanatomie der Charité. Gemessen werden die mechanischen Eigenschaften der Muskulatur und die Kraft, ergänzt um Aufnahmen im Magnetresonanztomografen vor dem Flug und nach der Rückkehr. Adenot wird im Oktober zurückerwartet. Sollte sich der Ansatz bewähren, ließe sich die tägliche Trainingszeit auf langen Flügen zum Mond oder zum Mars verkürzen. Auch in der Rehabilitation auf der Erde könnte das Verfahren Anwendung finden.

Quelle: https://www.dlr.de/de/aktuelles/nachrichten/2026/easymotion-2-muskeltraining-fuer-astronautinnen-und-astronauten-auf-der-iss

(Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI erstellt.)