Satellit FLEX zur Messung der Photosynthese steht startbereit
Der Satellit FLEX der Europäischen Weltraumorganisation ESA ist betankt und für den Start vorbereitet. Er soll am 15. September 2026 um 3:21 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit mit einer Vega-C vom europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana abheben. Die ESA meldete den Abschluss der Betankung am 20. August 2026.
30 Kilogramm Treibstoff und ein Termin
In den Satelliten flossen 30 Kilogramm Treibstoff für die Bahnregelung während der Mission: Auch in mehreren hundert Kilometern Höhe bremst die Restatmosphäre einen Satelliten allmählich ab, sodass die Bahn regelmäßig angehoben werden muss. Das Betanken gehört zu den letzten Arbeitsschritten der Startkampagne, danach folgen nur noch die Montage auf dem Adapter und das Einhüllen in die Nutzlastverkleidung der Rakete. Frank de Bruin, bei der ESA für die Startkampagne von FLEX zuständig, erklärte, alles sei nach Plan verlaufen und der Satellit vollständig beladen. FLEX startet gemeinsam mit Sentinel-3C, einem Satelliten des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus. Im Orbit fliegt FLEX anschließend im Verbund mit Sentinel-3A, sodass sich die Messungen beider Satelliten ergänzen. Die Mission ist auf mindestens dreieinhalb Jahre ausgelegt und soll mindestens drei Vegetationszyklen erfassen.
Was Fluoreszenz über Pflanzen verrät
Pflanzen geben bei der Photosynthese einen kleinen Teil des aufgenommenen Lichts wieder ab. Dieses schwache Leuchten heißt Fluoreszenz und ist für das menschliche Auge unsichtbar. Es hängt unmittelbar davon ab, wie aktiv eine Pflanze gerade Photosynthese betreibt. Gerät sie unter Stress, etwa durch Trockenheit oder Hitze, verändert sich das Signal, und zwar bevor Blätter sichtbar welken oder sich verfärben. FLEX soll dieses Signal erstmals weltweit flächendeckend messen und in Karten mit einer Rasterweite von 300 mal 300 Metern abbilden. Ein Bildpunkt deckt damit neun Hektar ab, fein genug, um einzelne Waldstücke und größere Felder zu unterscheiden. Daraus erhoffen sich Forschende genauere Aussagen darüber, wie viel Kohlenstoff die Vegetation aufnimmt und wie sich Dürre und Hitze auf Wälder und Anbauflächen auswirken. Für die Landwirtschaft ist vor allem interessant, Stress früh zu erkennen.

