29.07.2026 - Allgemein, Luftfahrt

IATA legt Zahlen für Luftfahrt im Juni vor

Die International Air Transport Association IATA meldet für Juni 2026 einen deutlichen Anstieg der weltweiten Frachtnachfrage, während die Passagiernachfrage vor allem wegen schwacher Inlandsmärkte in China, den USA und Japan leicht zurückging. IATA-Generaldirektor Willie Walsh sieht trotz positiver Frachtzahlen weiterhin Risiken durch die Lage im Nahen Osten und mögliche neue US-Zölle.


Symbolbild: pexels.com/Joerg Mangelsen

Die weltweite Passagiernachfrage, gemessen in Revenue Passenger Kilometers, sank laut der International Air Transport Association IATA im Juni 2026 um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Ohne den Nahen Osten betrug der Rückgang nur 0,6 Prozent. Die Kapazität nahm um 1,3 Prozent ab, der Sitzladefaktor lag bei 84,2 Prozent. Laut Walsh geht der Rückgang vor allem auf schwächere Inlandsmärkte in China, den USA und Japan zurück, hinzu kommt eine schwache, aber sich verbessernde Nachfrage im Nahen Osten.

Im internationalen Verkehr fiel die Nachfrage um 0,9 Prozent, ohne den Nahen Osten wuchs sie um 1,1 Prozent. Asien-Pazifik verzeichnete ein Plus von 0,4 Prozent, Europa legte um 1,5 Prozent zu, die Strecke Europa-Asien wuchs mit 11 Prozent am stärksten. Nordamerika verzeichnete ein Minus von 1 Prozent. Am stärksten betroffen war der Nahe Osten mit einem Rückgang von 14 Prozent, wobei sich das Tempo seit April bereits halbiert hat. Lateinamerika und Afrika wuchsen um 3,5 und 6,7 Prozent.

Im Inlandsverkehr fiel die Nachfrage um 3 Prozent. Während Brasilien zulegte und Australien stabil blieb, verzeichneten die übrigen großen Märkte Rückgänge, am stärksten China und Japan wegen höherer Treibstoffpreise.

Frachtnachfrage wächst deutlich stärker als der Welthandel

Anders als im Passagierverkehr entwickelte sich das Frachtgeschäft im Juni positiv. Die weltweite Nachfrage, gemessen in Frachttonnenkilometer, stieg um 8,5 Prozent, im internationalen Verkehr um 9,6 Prozent. Die Kapazität wuchs mit 4,4 Prozent langsamer als die Nachfrage. Walsh betonte, dass die Nachfrage in allen Regionen positiv ausfiel und Nordamerika den stärksten Wachstumsbeitrag leistete. Die Frachtnachfrage wuchs zudem stärker als der Welthandel, der um 5,2 Prozent zulegte, gestützt durch Technologieprodukte und eilige Sendungen.

Regional zeigte sich Nordamerika mit 13,1 Prozent als stärkste Region, gefolgt von Asien-Pazifik mit 7,9 Prozent und Europa mit 6,9 Prozent. Der Nahe Osten wuchs um 5,6 Prozent, begünstigt durch die schwache Vorjahresbasis infolge militärischer Konflikte. Lateinamerika verzeichnete mit 3,5 Prozent das schwächste Wachstum, Afrika wuchs um 4,7 Prozent.

Der globale Einkaufsmanagerindex für die Industrieproduktion fiel im Juni leicht auf 53,0 Punkte, der Index für neue Exportaufträge blieb mit 49,4 Punkten den vierten Monat in Folge unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Das Frachtwachstum dürfte daher eher auf einzelne Handelsströme als auf eine breite Zunahme der Exporte zurückgehen. Walsh verwies zudem auf Risiken wie die Spannungen im Nahen Osten und eine erneute Fokussierung der USA auf Zölle.

Quelle: https://www.iata.org/en/pressroom/2026-releases/07-30-air-passenger-demand-falls-june/
https://www.iata.org/en/pressroom/2026-releases/07-29-air-cargo-demand-strengthens-june/