29.07.2026 - Allgemein, Luftfahrt

Universität Ulm forscht an hybridelektrischen Regionalflugzeugen

Das europäische Konsortium OSYRYS erforscht mit 24 Partnern elektrische Schlüsseltechnologien für hybridelektrische Regionalflugzeuge und wird von der EU mit 40 Millionen Euro gefördert. Die Universität Ulm entwickelt dafür ein System zur Hilfsstromversorgung und leistet damit einen zentralen Beitrag zur Bordenergieversorgung künftiger Flugzeuge.


Bild: Safran Electrical & Power

Ein europäisches Forschungskonsortium arbeitet an Schlüsseltechnologien, die das hybridelektrische Fliegen sicherer machen sollen. An dem Projekt OSYRYS sind 24 Partner aus Industrie und Wissenschaft beteiligt. Die Europäische Union fördert es über das Clean-Aviation-Programm mit 40 Millionen Euro. Koordiniert wird der Verbund von Safran Electrical & Power. Auch die Universität Ulm ist beteiligt, weil sie ein eigenes Teilprojekt übernimmt.

Antrieb für die Luftfahrt von morgen

Bis 2035 soll eine neue Generation von Regionalflugzeugen an den Start gehen, die zwischen 50 und 100 Sitzplätze bieten. Das ist die Vorgabe der Europäischen Union. Die neuen Maschinen sollen mindestens 30 Prozent weniger Kohlendioxid ausstoßen als heutige Modelle. Ein zentraler Ansatz dafür sind hybridelektrische Flugzeugarchitekturen, die konventionelle Energiesysteme mit elektrischen Bordenergie- und Antriebssystemen kombinieren. Dabei müssen Energieverteilung, Energiemanagement und thermische Systeme eng aufeinander abgestimmt werden. 

Im Rahmen von OSYRYS entwickeln die Projektpartner neuartige Bordenergiesysteme, die für Sicherheit, Skalierbarkeit und Energieeffizienz sorgen sollen. Im Mittelpunkt stehen Komponenten zur Energieverteilung, zur Leistungselektronik sowie zum Thermomanagement. Diese werden zu einer integrierten Flugzeugarchitektur zusammengeführt. Ziel ist eine Demonstration bis zum technischen Reifegrad TRL 6, was bedeutet, dass ein Prototyp unter realistischen Bedingungen am Boden getestet wird. Geplant ist der Einsatz in einer ATR 72-600, einem Turboprop-Regionalflugzeug des Herstellers ATR. Zu den beteiligten Unternehmen zählen unter anderem Airbus, Collins Aerospace, Liebherr und Thales, die an der Umsetzung mitarbeiten.

Ulmer Forschende entwickeln Hilfsstromversorgung

Für das Teilprojekt an der Universität Ulm wurden 600.000 Euro eingeworben. Verantwortlich dafür ist Dr.-Ing. Christiane Bauer, die am Institut für Energiewandlung und -speicherung forscht. Gemeinsam mit PD Dr.-Ing. Caroline Willich entwickelt sie ein System, das den erzeugten Strom zuverlässig in die Niederspannungen umwandelt, die Avionik und Bordelektronik benötigen. Damit legt das Ulmer Team eine Grundlage, auf der das Zusammenspiel aller Bordsysteme aufbaut. Hinzu kommt die Entwicklung von Simulationsmodellen, die sich in die Simulation des Bordnetzes integrieren lassen. Bauer sieht darin einen Beitrag, der die Energieversorgung künftiger Flugzeuge stärkt.

Insgesamt soll OSYRYS die Fähigkeit stärken, elektrische Energie im Flugzeug sicher zu verteilen und zu managen, unabhängig von der Architektur. Für Bauer ist das Projekt ein Meilenstein, der die europäische Zusammenarbeit bei Bordenergiesystemen sichtbar macht.

Quelle: https://www.uni-ulm.de/in/fakultaet/in-detailseiten/news-detail/article/schluesseltechnologien-fuer-klimafreundliche-regionalflugzeuge-der-zukunfteuropaeisches-konsortium-osyrys-entwickelt-innovative-bordenergiesysteme-fuer-hybride-antriebe/