Vom Hörsaal in die Werkstatt
Die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR) begrüßt drei neue Nachwuchsgruppen: Akamodell Stuttgart e. V. von der Universität Stuttgart, Neues Fliegen e. V. von der HAW Hamburg und Spaceflight Rocketry Gießen e. V. von der Justus-Liebig-Universität Gießen. Mit ihren Nachwuchsgruppen unterstützt die DGLR wissenschaftliche Forschungsgruppen von Studierenden, die dauerhaft gemeinsam an Projekten mit Luft- und Raumfahrtbezug arbeiten. Sie erhalten Zugang zum Netzwerk und können ihre Arbeitsergebnisse über die DGLR dem Fachpublikum zugänglich machen.
Lernen, unterstützen, realisieren, selbst machen: Studentische Initiativen bieten Studierenden die Möglichkeit, selbst Ideen zu verwirklichen und Erfahrungen zu sammeln. Die Bandbreite der DGLR-Nachwuchsgruppen reicht vom Konzipieren unbemannter Kleinflugzeuge über Exoskelette bis hin zum Bau von Satelliten und Raketen. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist der Austausch auch mit fachfremden Kommilitoninnen und Kommilitonen sowie der Aufbau eines Netzwerks – national und international.
Die Akamodell Stuttgart e. V. wurde 1978 an der Universität Stuttgart gegründet. Mitglied sind Studierende aus vielen verschiedenen Studiengängen, wobei die Fachrichtung Luft- und Raumfahrttechnik die größte Gruppe darstellt. Im Verein haben die angehenden Spezialistinnen und Spezialisten die Möglichkeit, die im Studium gewonnenen Erkenntnisse praktisch anzuwenden und eigene Ideen umzusetzen. Das Herzstück der Akamodell Stuttgart ist eine große, nahezu voll ausgestattete Werkstatt. Unterstützt wird das Bauen und Forschen von der jahrelangen Erfahrung, die sich in der Akamodell gesammelt hat. Namen wie Martin Hepperle, Rainer Seubert oder Thorsten Lutz haben den Verein geprägt und ihm einen guten Ruf in der Fachwelt verschafft. Mit dieser Erfahrung und modernsten Hilfsmitteln wie Aerodynamikberechnungsprogrammen, CAD (Computer-Aided Design) und vielen weiteren Tools können Studierende ihre Flieger optimieren und auslegen. Seit 2009 hat der Verein immer wieder an der Air Cargo Challenge teilgenommen und das auch sehr erfolgreich: 2022 erreichten die Studierenden in München den dritten Platz.
Die studentische Initiative Neues Fliegen e. V. an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg beschäftigt sich mit der Auslegung, Konstruktion und Fertigung unbemannter Flugzeuge wie Subscale-Demonstratoren und VTOL-Fluggeräten (Vertical Take-Off and Landing). Darüber hinaus trägt der Verein den internationalen studentischen Wettbewerb New Flying Competition aus.
Neues Fliegen gründete sich im Februar 2014 im Department Fahrzeugtechnik und Flugzeugbau. Heute zählt die Initiative über 30 aktive Mitglieder mit den verschiedensten akademischen Hintergründen. Das Hauptinteresse liegt in der Erforschung neuer Flugzeugkonfigurationen und deren technischer Umsetzung. Darüber hinaus soll das Für und Wider neuer Ideen mit Bezug auf ihre ökonomische und ökologische Umsetzung untersucht werden, um eine ganzheitliche Betrachtung der Zukunft des Fliegens vorzunehmen.
Das Ziel der Spaceflight Rocketry Gießen e. V. (SPROG) ist, mit selbst entwickelten und gebauten Experimentalraketen an internationalen Wettbewerben teilzunehmen. Die studentische Initiative hat sich 2023 an der Universität Gießen gegründet und arbeitet derzeit daran, sich umfassende Kenntnisse unter anderem über Weltraumrecht, den Umgang mit Elektronik, unter- schiedliche Materialien oder die Sicherheit im Umgang mit Raketen anzueignen, um eine breite Wissensbasis aufzubauen.
Ein weiterer Grundstein ist das Erlernen strukturierter und wissenschaftlicher Arbeitsweisen. Der Verein besteht aus Vorstand und Technik-Gremium sowie verschiedenen Arbeitsgruppen (AGs). Diese bilden das Herzstück der Initiative und werden jeweils von einem technischen Leiter geführt. Jede AG ist für einen spezifischen Bereich zuständig. Dazu zählen Antrieb, Raketenkörper, Elektronik, Landesysteme und Nutzlast. Die Initiative ist mit den Fachbereichen Mathematik und Informatik, Physik und Geografie der Universität Gießen vernetzt.

