17.09.2026 - Allgemein, Raumfahrt

Zwei Studien sollen die Architektur des europäischen Erdbeobachtungsdienstes klären

Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat am 17. September 2026 zwei Verträge für Machbarkeitsstudien zum geplanten Earth Observation Governmental Service vergeben, abgekürzt EOGS. Der Dienst soll Behörden der Europäischen Union verlässlich und kurzfristig mit Satellitenaufnahmen versorgen. Die Aufträge gingen an das finnische Unternehmen ICEYE, das Radarsatelliten betreibt, und an den italienischen Konzern Leonardo. Beide Teams arbeiten unabhängig voneinander an einem Entwurf.


ESA

Vom Bedarf der Nutzer bis zur Bodenstation 

Untersucht wird die gesamte Kette: welche Aufnahmen die späteren Nutzerinnen und Nutzer in welcher Auflösung und in welchem zeitlichen Abstand benötigen, welche Satelliten und Instrumente dafür nötig sind, wie die Daten zur Erde gelangen und wie sie verarbeitet und verteilt werden. Dass zwei Auftragnehmer parallel arbeiten, ist in frühen Programmphasen üblich. Auf diese Weise entstehen zwei voneinander unabhängige Lösungsvorschläge, die sich gegeneinander abwägen lassen, bevor ein Entwurf weiterverfolgt wird. 

Teil eines größeren Programms 

Die Studien gehören zum Programm European Resilience from Space, das die Mitgliedstaaten auf der Ministerratstagung im November 2025 beschlossen hatten. Es bündelt Vorhaben, mit denen Europa im Krisenfall unabhängig von Anbietern außerhalb des Kontinents auf Satellitendaten zugreifen können soll. Der Erdbeobachtungsteil ist einer von mehreren Bausteinen. 

Für die europäische Raumfahrtindustrie liegt die Bedeutung weniger in den Vertragssummen, die die Europäische Weltraumorganisation nicht beziffert hat, als in der Weichenstellung. Wie der Dienst zugeschnitten wird, entscheidet darüber, ob künftig vorwiegend eigene Satelliten beschafft oder Daten kommerzieller Betreiber eingekauft werden. Dass mit ICEYE ein Betreiber von Radarsatelliten beauftragt wurde, ist dabei ein Hinweis auf die Anforderungen: Radarsysteme nehmen unabhängig von Bewölkung und Tageslicht auf, was für den Einsatz in Krisenlagen von Bedeutung ist. Die Ergebnisse der beiden Studien bilden die Grundlage für die weiteren Programmentscheidungen. 

Quelle: https://www.esa.int/Applications/Observing_the_Earth/ESA_awards_contracts_for_Europe_s_EOGS_blueprint  

(Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI erstellt.)