Report on the Space Economy 2026: Verteidigungsausgaben prägen den Weltraumsektor
Der neue Bericht der Europäischen Weltraumorganisation zeigt für 2025 einen weltweiten Rekord bei privaten Weltrauminvestitionen, der fast ausschließlich auf ein starkes Wachstum in den USA zurückgeht, während Europa leicht zurückfiel. Gleichzeitig sanken die globalen öffentlichen Weltraumbudgets erstmals seit Jahren, während Europas Ausgaben dank steigender Verteidigungsinvestitionen deutlich zunahmen.
Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat ihren jährlichen "Report on the Space Economy" veröffentlicht. Der im Juli 2026 erschienene Bericht bündelt Daten zu öffentlichen und privaten Investitionen, zur Weltraumaktivität sowie zu Up- und Downstream-Märkten des Jahres 2025 und ordnet die Entwicklungen in den globalen wirtschaftlichen Kontext ein.
USA mit starkem Kapitalzuwachs, Europa leicht rückläufig
Private Investitionen in Weltraumunternehmen erreichten 2025 weltweit mit 11,7 Milliarden Euro einen neuen Höchststand, ein Plus von 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Getragen wurde dieser Anstieg fast ausschließlich von den USA, wo sich das eingesammelte Kapital um 177 Prozent auf knapp acht Milliarden Euro erhöhte. In Europa gingen die privaten Investitionen dagegen um acht Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zurück, blieben damit aber der zweithöchste je verzeichnete Wert. Zu den größten europäischen Finanzierungsrunden zählten laut Bericht die Satellitenunternehmen Iceye, Isar Aerospace und Endurosat. Venture Capital blieb mit einem Anteil von 87 Prozent die mit Abstand wichtigste Finanzierungsform in Europa.
Während sich bei den privaten Mitteln also ein deutliches Ungleichgewicht zugunsten der USA zeigt, ergibt sich bei den öffentlichen Budgets ein anderes Bild.
Verteidigung wird zum Haupttreiber der öffentlichen Ausgaben
Weltweit sanken die staatlichen Weltraumausgaben 2025 um drei Prozent auf 119 Milliarden Euro. Der Rückgang geht vor allem auf niedrigere Verteidigungsausgaben der USA und ein stagnierendes NASA-Budget zurück. In Europa dagegen stiegen die konsolidierten Budgets um zwölf Prozent auf 13,5 Milliarden Euro, angetrieben von steigenden nationalen Verteidigungsausgaben, insbesondere in Deutschland. Der Anteil der Verteidigung an den globalen Weltraumbudgets liegt inzwischen bei 53 Prozent und damit erstmals über dem zivilen Anteil.
Der Bericht liefert darüber hinaus weitere Kennzahlen zur Wettbewerbsfähigkeit Europas. Der europäische Anteil am weltweiten Upstream-Markt für Satellitenbau und Trägerraketen stieg 2025 auf zehn Prozent, europäische Unternehmen konnten zudem 65 Prozent ihres zugänglichen Marktes für sich gewinnen. Beim deutlich größeren Downstream-Markt von rund 489 Milliarden Euro, der vor allem durch GNSS-Dienste geprägt ist, liegt Europas Nachfrageanteil bei 19 Prozent. Auch die Zahl der Starts stieg 2025 weltweit auf 324, ein Plus von 25 Prozent, wobei allein 122 davon auf Starlink-Missionen von SpaceX entfielen.
Quelle: https://www.esa.int/Space_in_Member_States/Germany/ESA_veroeffentlicht_Space_Economy_Report_2026

