Neun Reserveastronauten der ESA schliessen Ausbildungsprogramm ab
Die neun Mitglieder der Astronautenreserve der Europäischen Weltraumorganisation ESA haben ihr Ausbildungsprogramm abgeschlossen und sind nun einsatzbereit für künftige Raumfahrtmissionen. In drei Blöcken seit Oktober 2024 erwarben sie Kenntnisse in Technik, Wissenschaft, Medizin und Teamarbeit.
Die Astronautenreserve der Europäischen Weltraumorganisation ESA hat ihre Grundausbildung abgeschlossen. Mit Sara García Alonso aus Spanien, Meganne Christian und John McFall aus Grossbritannien, Anthea Comellini und Andrea Patassa aus Italien, Carmen Possnig aus Österreich, Arnaud Prost aus Frankreich, Amelie Schoenenwald aus Deutschland und Aleš Svoboda aus Tschechien steht Europa nun ein flexibler Pool ausgebildeter Raumfahrerinnen und Raumfahrer zur Verfügung, die für Missionen in der Erdumlaufbahn sowie für zukünftige Erkundungsmissionen eingesetzt werden können.
Drei Ausbildungsblöcke in 18 Monaten
Das Astronaut Reserve Training begann im Oktober 2024 am Europäischen Astronautenzentrum (EAC) in Köln. Im ersten Block standen Grundlagen im Vordergrund: die Programme der ESA und der Internationalen Raumstation, Medizin, Robotik und Raumfahrzeugsysteme. Hinzu kamen Überlebensübungen in winterlichen Bedingungen sowie Tauchgänge in der Neutral Buoyancy Facility, einem Wasserbecken zur Simulation von Schwerelosigkeit. Im zweiten Block, von September bis Oktober 2025, vertiefte die Gruppe ihr Wissen über Missionsplänung, Orbitmechanik und den Alltag an Bord der ISS. Szenariobasierte Übungen stärkten Entscheidungsfindung und Koordination unter Druck. Den Abschluss bildete im März 2026 der dritte Block mit Robotiktraining per Virtual Reality, Kommunikationsverfahren und Erdbeobachtung.
Was die Reserveastronautinnen- und astronauten aus dem Programm mitnehmen
Die Reaktionen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigen, was das Programm über technische Inhalte hinaus vermittelt hat. Für García Alonso war besonders beeindruckend, wie stark die verschiedenen Disziplinen ineinandergreifen. Christian hob die Teamdynamik hervor: Die Gruppe habe voneinander gelernt und sich zu einem starken Team zusammengefunden. Possnig, die bereits Erfahrung in extremen Umgebungen auf der Erde mitbrachte, betonte den Wert von Anpassungsfähigkeit und Zusammenarbeit. Für Prost war die letzte Phase entscheidend, weil sie zeigte, wie Systeme, Verfahren und Teamarbeit in einem echten Missionsszenario zusammenwirken. Svoboda hob die Greifbarkeit der Ausbildung hervor: Tauchgänge zur Simulation von Schwerelosigkeit und vertiefte Ingenieursmodule hätten die Komplexität und Verantwortung der Raumfahrt spürbar gemacht.
Quelle (Englisch): https://www.esa.int/Science_Exploration/Human_and_Robotic_Exploration/ESA_astronaut_reserve_completes_training_programme

