Indien gelingt erster Orbitalstart einer privat entwickelten Rakete
Mit der Vikram-1 von Skyroot Aerospace ist Indien erstmals der Start einer privat entwickelten Orbitalrakete gelungen. Der Erfolg markiert einen wichtigen Schritt in Indiens Bestreben, seinen Anteil an der globalen Raumfahrtwirtschaft deutlich auszubauen.
Indien hat erstmals eine privat entwickelte Orbitalrakete erfolgreich gestartet. Die Vikram-1 des Raumfahrtunternehmens Skyroot Aerospace absolvierte am 18. Juli 2026 ihren ersten Testflug, wie das Unternehmen im Onlinedienst X mitteilte. „Hallo Weltraum, wir sind angekommen!“, schrieb Skyroot dazu.
Testflug für künftige kommerzielle Starts
Ziel der Mission war es, die Antriebs-, Avionik-, Telemetrie-, Lenk-, Navigations- und Steuerungssysteme der Rakete im Flug zu erproben und zugleich Daten für künftige kommerzielle Starts zu sammeln. Skyroot wurde 2018 gegründet und gehört zu einer neuen Generation indischer Raumfahrt-Start-ups, die nach der Liberalisierung des Sektors Unterstützung von internationalen Investorinnen und Investoren erhalten haben. Der erfolgreiche Flug steht damit im Gegensatz zu den anhaltenden Schwierigkeiten des deutschen Unternehmens Isar Aerospace, dessen zweiter Testflug der Spectrum-Rakete vom norwegischen Weltraumbahnhof Andöya seit Januar mehrfach wegen technischer Probleme und ungünstiger Wetterbedingungen verschoben wurde.
Wichtiger Schritt für Indiens Raumfahrtpläne
Der Start gilt als bedeutender Meilenstein für Indien, das seinen Anteil an der weltweiten Raumfahrtwirtschaft ausbauen will. Bislang wurde die indische Raumfahrt weitgehend von der staatlichen Behörde Isro geprägt. Erst 2020 öffnete Indien den Sektor für private Investitionen und ermöglichte es Start-ups, eigene Raketen und Satelliten zu bauen sowie Startdienstleistungen anzubieten, Tätigkeiten, die zuvor jahrzehntelang allein bei der staatlichen Indian Space Research Organisation lagen.
Die indische Regierung strebt an, den heimischen Anteil an der globalen Raumfahrtwirtschaft bis 2033 von derzeit rund acht Milliarden US-Dollar auf 44 Milliarden US-Dollar zu steigern. Private Unternehmen wie Skyroot sollen dabei helfen, sich in einem Markt zu behaupten, der bislang von Akteuren aus den USA, Europa und China dominiert wird. Das weltweite Geschäft mit Trägerraketen wird nach wie vor vor allem vom US-Unternehmen SpaceX des Milliardärs Elon Musk bestimmt, während europäische Anbieter wie das in Ottobrunn bei München ansässige Isar Aerospace noch um den Durchbruch ringen. Mit dem erfolgreichen Vikram-1-Testflug rückt Indien diesem Ziel nun ein Stück näher.

