30.06.2026 - Allgemein, Luftfahrt

IATA-Bilanz Mai 2026: Luftfracht wächst, Passagiernachfrage sinkt

Die IATA meldet für Mai 2026 einen weltweiten Rückgang der Passagiernachfrage um 2,2 Prozent, vor allem durch den Krieg im Nahen Osten. Gleichzeitig wuchs die Luftfracht um 6,0 Prozent, wobei fast alle Regionen außer dem Nahen Osten deutlich zulegten.


Symbolbild: pexels.com/Ethan Nguyen

Die International Air Transport Association IATA hat ihre Daten für den weltweiten Luftverkehr im Mai 2026 veröffentlicht. Während die Passagiernachfrage vor allem wegen des Kriegs im Nahen Osten sank, wuchs die Luftfracht deutlich. IATA-Generaldirektor Willie Walsh wertet dies als Zeichen der Widerstandsfähigkeit der Branche, verweist aber auf anhaltende Unsicherheiten bei den Treibstoffpreisen.

Passagiernachfrage sinkt, Naher Osten stark betroffen

Die weltweite Passagiernachfrage, gemessen in Revenue Passenger Kilometers, sank im Mai 2026 um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Ohne den Nahen Osten hätte sie um 0,7 Prozent zugelegt. Das Kapazitätsangebot ging um 2,3 Prozent zurück, während der Sitzladefaktor mit 83,5 Prozent einen Rekordwert für einen Mai erreichte. Besonders betroffen waren Fluggesellschaften im Nahen Osten mit einem Einbruch von 28,4 Prozent, laut Walsh dennoch eine deutliche Verbesserung gegenüber minus 46,6 Prozent im April. Auch Nordamerika und Asien verzeichneten Rückgänge, bedingt vor allem durch Binnenmärkte der USA und Chinas. International sank die Nachfrage um 1,6 Prozent, während europäische und lateinamerikanische Airlines Zuwächse von 3,8 beziehungsweise 10,5 Prozent verbuchten. Im Binnenmarkt fiel die Nachfrage um 3,1 Prozent, wobei China mit minus 6,2 Prozent den stärksten Einbruch verzeichnete, während Indien mit plus 10,1 Prozent zulegte. Walsh zufolge bremsten hohe Treibstoff- und Flugpreise die Nachfrage bislang kaum. Die gesunkenen Ölpreise seien ermutigend, würden sich aber erst verzögert auf die Kerosinpreise auswirken, solange die Versorgung durch die Straße von Hormus unsicher bleibe.

Luftfracht wächst kräftig trotz Nahost-Krise

Während der Passagierverkehr schwächelte, entwickelte sich die Luftfracht deutlich positiver. Die weltweite Nachfrage, gemessen in Cargo Tonne Kilometers, stieg im Mai um 6,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr, international sogar um 6,5 Prozent. Das Kapazitätsangebot legte nur um 1,9 Prozent zu, wodurch sich der Frachtladefaktor auf 46,3 Prozent verbesserte. Afrika, der asiatisch-pazifische Raum, Europa und Nordamerika verzeichneten überdurchschnittliches Wachstum, wobei Nordamerika mit plus 10,5 und Afrika mit plus 13,3 Prozent herausstachen. Fluggesellschaften im Nahen Osten meldeten dagegen einen Rückgang von 8,9 Prozent, bedingt durch die Kriegsfolgen. Auf den Handelsrouten zeigte sich ein ähnliches Bild: Die Strecke Asien-Nordamerika wuchs um 19,9 Prozent, während golfnahe Verbindungen wie Europa-Naher Osten um 19,8 Prozent einbrachen. Laut IATA stützen ein Anstieg des globalen Handels um 5,0 Prozent sowie ein robuster Einkaufsmanagerindex von 53,5 Punkten die Entwicklung, auch wenn schwächere Exportaufträge auf eine selektive Erholung hindeuten. Walsh zeigt sich für den weiteren Jahresverlauf vorsichtig optimistisch, verweist aber auf anhaltende Belastungen durch die Nahost-Krise.

Quellen (Englisch): 
https://www.iata.org/en/pressroom/2026-releases/06-30-air-passenger-demand-falls-may/
https://www.iata.org/en/pressroom/2026-releases/06-29-air-cargo-demand-up-may/