Fraunhofer IAP ebnet Weg für grüne Carbonfasern
In der Lausitz entsteht eine neue Forschungsinfrastruktur zur Entwicklung biobasierter Carbonfasern, die insbesondere für den Flugzeugbau von Bedeutung sind. Ziel ist es, leichtere und zugleich nachhaltigere Materialien zu entwickeln, um die CO₂-Bilanz der Luftfahrt langfristig zu verbessern.
In der Lausitz wird mit der Carbon Lab Factory Lausitz eine neue Forschungs- und Pilotinfrastruktur aufgebaut, die sich auf die Entwicklung biobasierter Carbonfasern konzentriert – mit besonderer Relevanz für den Flugzeugbau. Im brandenburgischen Guben entsteht eine Pilotanlage zur Herstellung innovativer Vorläuferfasern aus nachwachsenden Rohstoffen, die anschließend zu Carbonfasern weiterverarbeitet werden können. Das Projekt wird mit insgesamt 53,3 Millionen Euro von Bund und Land Brandenburg gefördert, ergänzt durch rund 20 Millionen Euro der Stadt Guben für den Bau der Anlage. Ein Förderbeschluss vom März 2026 ebnet den Weg für die Umsetzung, die Inbetriebnahme ist für Ende 2029 geplant.
Gerade in der Luftfahrtindustrie sind Carbonfasern unverzichtbar, da sie extreme Stabilität bei minimalem Gewicht bieten. Leichtere Flugzeuge verbrauchen weniger Treibstoff und verursachen entsprechend geringere CO₂-Emissionen. Bisher basieren Carbonfasern jedoch überwiegend auf fossilen Rohstoffen. Biobasierte Alternativen aus Materialien wie Cellulose oder Lignin eröffnen die Möglichkeit, die Umweltbilanz von Flugzeugen bereits in der Materialproduktion deutlich zu verbessern.
Die in Guben entstehende Anlage wird vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung betrieben und soll biobasierte Vorläuferfasern im größeren Maßstab herstellen. Eine ergänzende Laboranlage ermöglicht es, diese Materialien zu Carbonfasern zu verarbeiten und gezielt für Anforderungen im Flugzeugbau zu optimieren, etwa hinsichtlich Festigkeit, Gewicht und Temperaturbeständigkeit.
Parallel dazu wird in der sächsischen Lausitz unter Leitung der Technischen Universität Chemnitz eine weitere Pilotanlage aufgebaut, die die Fasern im Tonnenmaßstab verarbeitet. Gemeinsam mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg werden daraus Verbundwerkstoffe entwickelt, wie sie typischerweise in Flugzeugstrukturen eingesetzt werden. Durch die enge Zusammenarbeit mit Industriepartnern sollen die Materialien praxisnah getestet und schneller in die Anwendung gebracht werden.

