Forschung im Eis: Expedition bereitet neue Copernicus-Satelliten vor
Eine internationale Expedition in der Arktis sammelt derzeit Daten, um neue Copernicus-Satelliten auf ihren Einsatz vorzubereiten. Ziel ist es, die Messgenauigkeit bei der Beobachtung von Meereis deutlich zu verbessern.
Im arktischen Eis hat eine internationale Forschungskampagne begonnen, um neue Erdbeobachtungssatelliten der Europäischen Weltraumorganisation ESA vorzubereiten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sammeln vor Ort Daten, die künftig die Messgenauigkeit mehrerer geplanter Copernicus-Missionen verbessern sollen.
Mit dem fortschreitenden Rückgang des Meereises wird es immer wichtiger, dessen Zustand präzise zu erfassen. Die geplanten Satellitenmissionen – darunter Copernicus Imaging Microwave Radiometer, Copernicus Polar Ice and Snow Topography Altimeter und Copernicus Radar Observing System for Europe at L-band – sollen genau das leisten. Sie sind Teil der Erweiterung des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus.
Damit diese Satelliten später zuverlässige Daten liefern, müssen ihre Messverfahren vorab unter realen Bedingungen getestet werden. Feldkampagnen wie diese bilden eine entscheidende Verbindung zwischen der Entwicklung im Labor und dem Einsatz im All. Die vor Ort erhobenen Daten dienen dazu, Sensoren zu kalibrieren, Algorithmen zu verfeinern und Unsicherheiten zu reduzieren.
Die Arbeiten finden im kanadischen Cambridge Bay in Nunavut statt, wo Forschende über mehrere Wochen hinweg Messungen auf und über dem Meereis durchführen. Im Fokus steht sogenanntes einjähriges Eis, insbesondere die Wechselwirkungen zwischen Schnee und Eis, die für Satellitenmessungen schwer zu erfassen sind.
Am Boden kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz, etwa Schneetiefenmessungen, Profile der Schneestruktur und geophysikalische Analysen. Parallel dazu erfassen Flugzeuge und Hubschrauber Daten aus der Luft, unter anderem mithilfe von Radar- und Lasersystemen. Diese Messungen werden gezielt mit Überflügen bestehender Satelliten wie CryoSat oder ICESat-2 abgestimmt, um direkte Vergleiche zu ermöglichen.
Durch die Kombination von Boden-, Luft- und Satellitendaten entsteht ein umfassendes Bild der Eisverhältnisse. Diese Ergebnisse fließen in die Entwicklung der neuen Missionen ein und sollen sicherstellen, dass sie künftig präzise Informationen über Veränderungen in den Polarregionen liefern.
Quelle (Englisch): https://www.esa.int/Applications/Observing_the_Earth/FutureEO/Braving_the_Arctic_for_upcoming_polar-focused_satellites

