14.08.2026 - Allgemein, Luftfahrt

Europäisches Konsortium entwickelt Bordnetze für hybride Regionalflugzeuge

Ein europäisches Konsortium entwickelt Bordenergiesysteme für hybrid-elektrische Regionalflugzeuge. Das Vorhaben trägt den Namen OSYRYS, wird vom EU-Programm Clean Aviation mit 40 Millionen Euro gefördert und vereint 24 Partner aus Industrie und Forschung. Die Koordination liegt bei Safran Electrical & Power. Die Universität Ulm führt ein Teilprojekt und erhielt dafür 600.000 Euro. Die Mitteilung wurde am 13. August 2026 über den Informationsdienst Wissenschaft verbreitet.


Bild: ATR

Vom Kilowatt zum Megawatt

Heutige Verkehrsflugzeuge beziehen ihre elektrische Energie über Generatoren an den Triebwerken. Die Leistungen bewegen sich im Bereich einiger hundert Kilowatt. Sobald ein Teil des Antriebs elektrisch arbeitet, steigen die Werte in den Megawattbereich, also um mehr als das Zehnfache. Damit ändern sich die technischen Anforderungen grundlegend. Höhere Spannungen bedeuten größere Abstände zwischen stromführenden Teilen, weil Luft in großer Höhe bei geringerem Druck schlechter isoliert. Gleichzeitig entsteht mehr Abwärme, die abgeführt werden muss, und die Schutzschaltungen müssen Fehler in Sekundenbruchteilen erkennen und abschalten. Das Konsortium arbeitet daran, diese Fragen für ein Flugzeug mit 50 bis 100 Sitzen zu lösen. Ziel ist ein Regionalflugzeug, das ab 2035 mindestens 30 Prozent weniger Kohlendioxid ausstößt als heutige Muster.

Erprobung an einer ATR 72-600

Das Ulmer Teilprojekt unter Leitung von Christiane Bauer befasst sich mit der Hilfsenergieversorgung. Sie wandelt den erzeugten Strom auf die niedrigen Spannungen herunter, mit denen Bordelektronik und Anzeigen im Cockpit arbeiten. Dazu entstehen Simulationsmodelle des gesamten Bordnetzes. Das Gesamtsystem soll den Reifegrad TRL 6 erreichen. Diese Stufe bedeutet, dass ein Vorserienmuster in einer einsatznahen Umgebung erprobt wurde. Als Versuchsträger dient am Boden eine ATR 72-600, ein zweimotoriges Turbopropflugzeug, das im Regionalverkehr weit verbreitet ist. Zum Konsortium gehören unter anderem Airbus, ATR, Collins Aerospace, Liebherr, Thales, die Fraunhofer-Gesellschaft, die TU Ilmenau und die University of Warwick.

Quelle: https://nachrichten.idw-online.de/2026/08/13/key-technologies-for-climate-friendly-regional-aircraft-of-the-future

(Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI erstellt.)