18.03.2026 - Allgemein, Raumfahrt

ESA vergibt Auftrag für neue Wettersatelliten-Konstellation Sterna

Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat OHB Sweden mit dem Bau der neuen Wettersatelliten-Konstellation Sterna beauftragt, die auf dem erfolgreichen Arctic Weather Satellite basiert. Die Sterna-Mission soll durch häufigere und präzisere Messungen die Wettervorhersage weltweit, insbesondere in der Arktis, deutlich verbessern.


Bild: ESA/Mlabspace

Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat den schwedischen Raumfahrtkonzern OHB Sweden mit dem Bau von 20 Wettersatelliten für die neue Sterna-Konstellation beauftragt. Grundlage für diese Entscheidung ist der Erfolg des Prototyps „Arctic Weather Satellite“, dessen Daten bereits in operative Wettervorhersagen einfließen. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit EUMETSAT (European Organisation for the Exploitation of Meteorological Satellites) umgesetzt, das zuvor grünes Licht für die vollständige Konstellation gegeben hatte. Ziel ist es, Europas Fähigkeiten zur Wetterbeobachtung deutlich zu verbessern, insbesondere in Regionen mit schnellen Wetterveränderungen wie dem Mittelmeerraum und der Arktis. 

Die Sterna-Konstellation ist als Netzwerk aus insgesamt 20 Satelliten konzipiert, von denen jeweils sechs gleichzeitig im Orbit aktiv sein sollen. Diese werden im Laufe der Mission mehrfach ersetzt, um eine kontinuierliche Datenerhebung bis mindestens 2042 sicherzustellen; zwei zusätzliche Satelliten dienen als Reserve. Der Start der ersten sechs Satelliten ist für 2029 geplant.

Technologisch knüpft Sterna an erfolgreichen Prototypen an: Jeder Satellit wird mit einem Mikrowellenradiometer ausgestattet, das präzise Messungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit in der Atmosphäre ermöglichen soll. Gerade in der Arktis, die sich schneller erwärmt als andere Regionen der Erde, sind solche Daten entscheidend, da Wasserdampf dort starken Schwankungen unterliegt und erheblichen Einfluss auf die Vorhersagegenauigkeit hat. Eine einzelne Mission reicht für die notwendige Beobachtungsdichte nicht aus, weshalb ein ganzes Satellitennetz erforderlich ist.

Die gewonnenen Daten sollen nicht nur die Wettervorhersage in der Arktis verbessern, sondern weltweit zur Anwendung kommen, da die Satelliten die Erde vollständig umrunden. Gleichzeitig ergänzen sie bestehende Systeme großer Wetterorganisationen und tragen dazu bei, bestehende Datenlücken zu schließen. 

Quelle (Englisch): https://www.esa.int/Applications/Observing_the_Earth/Meteorological_missions/Arctic_Weather_Satellite/OHB_Sweden_to_build_Sterna_weather_constellation