ESA unterzeichnet Vertrag mit OHB Italia für Ramses-Mission
Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat einen Vertrag mit OHB Italia für den Bau der Ramses-Mission unterzeichnet, die den Asteroiden Apophis untersuchen soll. Ziel ist es, beim nahen Erdvorbeiflug 2029 neue Erkenntnisse für die planetare Verteidigung zu gewinnen.
Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat am 10. Februar 2026 einen zentralen Vertrag für die Umsetzung der Raumsondenmission Ramses (Rapid Apophis Mission for Space Safety) unterzeichnet. Auftragnehmer ist das italienische Raumfahrtunternehmen OHB Italia, das für Entwicklung, Bau, Integration und Tests des Raumfahrzeugs verantwortlich ist. Der Vertrag hat ein Volumen von 81,2 Millionen Euro und markiert den Übergang der Mission von der Vorbereitungs- in die Umsetzungsphase. Unterzeichnet wurde er am ESA-Technologiezentrum ESTEC in den Niederlanden. Einschließlich früherer Vereinbarungen beläuft sich das Gesamtbudget der Mission inzwischen auf rund 150 Millionen Euro.
ESA und OHB Italia knüpfen mit Ramses an ihre Zusammenarbeit im Rahmen der ESA-Mission Hera an, Europas erstem Beitrag zur planetaren Verteidigung. Die bei Hera gewonnenen industriellen und organisatorischen Erfahrungen sollen gezielt genutzt werden, um den ambitionierten Zeitplan von Ramses einzuhalten. Vertreter beider Organisationen betonten die Bedeutung der Mission für die europäische Raumfahrtkompetenz sowie für die internationale Zusammenarbeit im Bereich der Weltraumsicherheit. Neben OHB Italia sind zahlreiche weitere europäische Industriepartner beteiligt. Auch außerhalb Europas wird kooperiert: Die Mission wird gemeinsam mit der japanischen Raumfahrtagentur JAXA durchgeführt, die unter anderem technische Komponenten und wissenschaftliche Expertise beisteuert.
Was ist die Ramses-Mission?
Ramses hat das Ziel, den erdnahen Asteroiden (99942) Apophis vor und während seines außergewöhnlich nahen Vorbeiflugs an der Erde am 13. April 2029 zu untersuchen. Der rund 375 Meter große Asteroid wird sich der Erde bis auf etwa 32.000 Kilometer nähern – deutlich näher als der Mond. Dieses Ereignis gilt als wissenschaftlich einmalige Gelegenheit, da Apophis dabei starken Gezeitenkräften der Erde ausgesetzt sein wird. Ramses soll untersuchen, wie sich diese Kräfte auf Form, Rotation, innere Struktur und Oberfläche des Asteroiden auswirken.
Die Sonde soll 2028 starten und rechtzeitig vor dem Erdvorbeiflug bei Apophis eintreffen. Neben dem Hauptorbiter wird Ramses zwei CubeSats mitführen, die den Asteroiden aus nächster Nähe untersuchen sollen. Einer dieser Kleinsatelliten mit dem Namen „Farinella“ wird von Tyvak International entwickelt, wofür parallel ein weiterer Vertrag abgeschlossen wurde. Die wissenschaftlichen Daten sollen wesentlich zum Verständnis der physikalischen Eigenschaften erdnaher Asteroiden beitragen und damit auch zukünftige Strategien zur planetaren Verteidigung unterstützen.
Ein wichtiger Meilenstein wurde bereits erreicht: Anfang Februar hat die Mission ihre Critical Design Review erfolgreich abgeschlossen. Damit gilt das technische Design als validiert. In den kommenden Monaten beginnen der Bau, die Integration der Systeme sowie umfangreiche Tests, um Ramses auf den geplanten Start im Frühjahr 2028 vorzubereiten.
Quelle (Englisch): https://www.esa.int/Space_Safety/Planetary_Defence/ESA_awards_contracts_for_Ramses_mission_to_Apophis

