25.06.2026 - Allgemein, Raumfahrt

ESA und EU-Kommission öffnen Flight Ticket Initiative für neue Anbieter

ESA und Europäische Kommission öffnen die Flight Ticket Initiative für weitere europäische Anbieter von Trägerraketen, die bis 2028 startbereit sein müssen. Parallel können sich Unternehmen um den Start von sechs IOD/IOV-Satellitenmissionen bewerben, mit dem Ziel, den europäischen Zugang zum All zu stärken.


Bild: ESA

Die Europäische Weltraumorganisation ESA und die Europäische Kommission erweitern die European Flight Ticket Initiative um zusätzliche europäische Anbieter von Trägerraketen. Mit einem neuen, zweigeteilten Aufruf sollen mehr Unternehmen die Möglichkeit erhalten, sich an künftigen Missionen der Initiative zu beteiligen. Gleichzeitig können sich Anbieter für den Start einer neuen Reihe von In-Orbit Demonstration and Validation (IOD/IOV) Satelliten bewerben, mit denen neue Raumfahrttechnologien im Orbit getestet werden.

Wer kann sich bewerben?

Um an der Initiative teilzunehmen, müssen Anbieter zunächst einen Rahmenvertrag mit der ESA abschließen. Dieser berechtigt sie anschließend, sich um künftige Missionen im Rahmen der Initiative zu bewerben. Bislang halten Avio, Isar Aerospace, PLD Space und Rocket Factory Augsburg solche Verträge, nachdem sie 2024 in einer ersten Auswahlrunde berücksichtigt wurden. Nun rufen ESA und Europäische Kommission weitere europäische Unternehmen dazu auf, sich zu bewerben. Voraussetzung ist, dass die Anbieter bis spätestens 2028 startbereit sind.

Der zweite Teil des Aufrufs betrifft die Vergabe von Startmöglichkeiten für die fünfte Reihe von IOD/IOV-Missionen. Sechs Missionen, die bereits in einem früheren Verfahren ausgewählt wurden, stehen nun zum Start bereit. Sowohl bestehende Vertragspartner als auch neu hinzukommende Unternehmen können sich um diese Aufträge bewerben. Finanziert werden die Flugtickets über das EU-Programm Horizon Europe sowie über das ESA-Programm „Boost!“.

Ziel der Initiative

Mit der Erweiterung verfolgen ESA und Europäische Kommission das Ziel, den europäischen Zugang zum All zu stärken. Catherine Kavvada, Direktorin bei der Europäischen Kommission, erklärte, das IOD/IOV-Programm habe einen Punkt erreicht, an dem die Öffnung für neue Anbieter sowohl zeitgemäß als auch sinnvoll sei. Man erwarte, dass dadurch Unternehmen angezogen werden, die in Europa eigene Startkapazitäten aufbauen, wodurch zusätzliche Flugmöglichkeiten für Demonstrations- und Validierungsmissionen entstünden. Dies stärke die Innovationskraft und das europäische Raumfahrtökosystem insgesamt.

Andrea Tullj, Launch Service Manager bei der ESA, betonte zudem den Schaukasten-Charakter der Zusammenarbeit zwischen Kommission und ESA, mit der ein autonomer und nachhaltiger europäischer Zugang zum Weltraum sichergestellt werden solle. Indem sowohl etablierte als auch neue Akteure der Raumfahrtbranche Zugang zu IOD/IOV-Missionen erhielten, öffne die Initiative den Markt und schaffe zusätzliche Chancen für Anbieter von Trägerraketen.

Quelle (Englisch): https://www.esa.int/Enabling_Support/Space_Transportation/Boost/European_Flight_Ticket_Initiative_opens_to_more_launch_service_providers