16.04.2026 - Allgemein, Raumfahrt

Drei von der ESA gebaute Satelliten werden in Frankreich präsentiert

Drei Erdbeobachtungssatelliten, die von der Europäischen Weltraumorganisation ESA gemeinsam mit europäischen Partnern entwickelt wurden und noch in diesem Jahr starten sollen, haben ihre Funktions- und Umgebungstests abgeschlossen und sind bereit für den Transport zum europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana. Doch zuvor wurden Medienvertreterinnen- und vertreter eingeladen, einen letzten Blick auf die Satelliten zu werfen.


Bild: ESA/ATG medialab

In Cannes sind drei zentrale Erdbeobachtungssatelliten der Europäischen Weltraumorganisation ESA erstmals gemeinsam der Öffentlichkeit präsentiert worden. Die Missionen FLEX, MTG-I2 und Sentinel-3C stehen kurz vor ihrem Start und markieren eine neue Phase der europäischen Zusammenarbeit in der Klima- und Umweltbeobachtung. Es war zugleich die letzte Gelegenheit für Medien, die Satelliten vor ihrem Transport zum Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana zu sehen.

Im Mittelpunkt der Präsentation stand zunächst die Mission FLEX. Der Satellit soll erstmals weltweit den Gesundheitszustand von Pflanzen messen, indem er ein extrem schwaches Fluoreszenzsignal erfasst, das bei der Photosynthese entsteht. Möglich wird dies durch ein spezielles Spektrometer, das Veränderungen im Pflanzenstoffwechsel sichtbar macht. Die gewonnenen Daten sollen helfen, den globalen Kohlenstoff- und Wasserkreislauf besser zu verstehen und Stressfaktoren in Ökosystemen frühzeitig zu erkennen. FLEX ist Teil des Earth-Explorer-Programms der Europäische Weltraumorganisation und wird gemeinsam mit Sentinel-3C in einer Umlaufbahn betrieben.

Darauf aufbauend übernimmt Sentinel-3C eine breiter angelegte Rolle innerhalb des europäischen Erdbeobachtungsprogramms. Als Teil von Copernicus-Programm liefert der Satellit kontinuierlich Daten zu Ozeanen, Landflächen, Eis und Atmosphäre. Seine Instrumente messen unter anderem Meeresspiegelhöhen, Oberflächentemperaturen und die Ausdehnung von Meereis. Die Mission gilt als „Arbeitstier“ des Programms, da sie sowohl für kurzfristige Anwendungen wie Katastrophenreaktionen als auch für langfristige Klimaanalysen eingesetzt wird.

Während FLEX und Sentinel-3C vor allem auf Umwelt- und Klimaforschung zielen, richtet sich der Fokus von MTG-I2 auf die Wetterbeobachtung. Der Satellit gehört zur nächsten Generation der Meteosat-Reihe und soll hochauflösende Bilder für präzisere Wettervorhersagen liefern. Besonders im Bereich des sogenannten Nowcastings, also der kurzfristigen Vorhersage von Unwettern, werden deutliche Fortschritte erwartet. Ein integrierter Blitzdetektor kann große Teile der Erde kontinuierlich überwachen, während ein weiterer Bildgeber schnelle Wetterentwicklungen nahezu in Echtzeit erfasst.

Quelle: https://www.esa.int/Space_in_Member_States/Germany/Drei_von_der_ESA_gebaute_Satelliten_werden_in_Frankreich_praesentiert