Brandschutz-Forschung: Materialien, die dem Feuer trotzen
Schwer entflammbare Materialien sind überall dort unabdingbar, wo sich grosse Menschenmengen aufhalten. Die Empa entwickelt solche Werkstoffe für ganz unterschiedliche Anwendungen. Welche Hürden es dabei zu überwinden gilt, erklärt Empa-Forscher und Materialexperte Sabyasachi Gaan.
An der Empa konzentriert sich die Forschung auf flammhemmende Materialien, vor allem im Bereich organischer Werkstoffe. Dazu gehören etwa behandelte Holzprodukte und schwer entflammbare Kunststoffe, die in Bau, Verkehr und Innenausbau eingesetzt werden. Ergänzend wird an nicht brennbaren, mineralischen Materialien sowie an Schutzlösungen für Einsatzkräfte gearbeitet, etwa an hitzeresistenten Textilien und Systemen zur Einschätzung von Belastungen in Extremsituationen.
FireDrone und neue Verbundwerkstoffe für den Verkehr
Ein Beispiel für die Anwendung dieser Forschung ist die sogenannte FireDrone. Sie wurde entwickelt, um auch unter extremen Temperaturbedingungen eingesetzt werden zu können. Während herkömmliche Drohnen bei grosser Hitze schnell an ihre Grenzen stossen, soll dieses Modell in der Lage sein, in Brandherden oder industriellen Gefahrenzonen Daten zu erfassen. Möglich wird dies durch eine spezielle Isolierung auf Basis von Polyimid-Aerogelen sowie eine robuste Bauweise, die auf praktische Einsätze ausgerichtet ist. Die Drohne kann so etwa zur Lageeinschätzung, Inspektion oder Suche nach Personen genutzt werden, ohne Einsatzkräfte unmittelbar zu gefährden.
Ein weiteres Projekt beschäftigt sich mit Verbundwerkstoffen für Flugzeuge und Züge. Diese müssen hohe Anforderungen erfüllen: Sie sollen leicht, mechanisch belastbar und zugleich schwer entflammbar sein. Bisher eingesetzte Materialien sind jedoch oft schwer zu recyceln. Hier setzt die Empa mit der Entwicklung eines neuartigen Epoxidharzes an, das sowohl flammhemmend als auch wiederverwertbar ist. In Zusammenarbeit mit einem Industriepartner wird daran gearbeitet, diese Materialien zur Marktreife zu bringen. Ziel ist es, Sicherheitsanforderungen mit ökologischen Aspekten besser zu verbinden.
Quelle: https://www.empa.ch/web/s604/brandschutz-forschung-an-der-empa

