06.08.2026 - Allgemein, Luftfahrt

BDL meldet sinkende Passagierzahlen

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) hat seine Halbjahreszahlen für 2026 vorgelegt. Demnach sank die Zahl der Fluggäste an deutschen Flughäfen im ersten Halbjahr leicht, während das Flugangebot in anderen europäischen Ländern weiter wuchs. BDL-Präsident Lars Redeligx forderte neue Wachstumsbedingungen für den Standort.


Symbolbild: pexels.com/Jeffry Surianto

Passagierzahlen sinken, Abstand zu Europa wächst

Im ersten Halbjahr 2026 nutzten 97,7 Millionen Passagiere die deutschen Flughäfen, 0,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das Sitzplatzangebot für Flüge ab Deutschland schrumpfte um 1 Prozent auf 85 Prozent des Niveaus vor der Corona-Pandemie, in anderen europäischen Ländern stieg es dagegen um 4 Prozent auf durchschnittlich 111 Prozent. Der Abstand zwischen Deutschland und dem übrigen Europa wuchs damit auf 26 Prozentpunkte, im europäischen Vergleich liegt Deutschland auf Rang 28 von 31 Ländern.

Besonders deutlich zeigt sich der Rückstand bei sogenannten Punkt-zu-Punkt-Airlines, also Fluggesellschaften, die Ziele direkt ohne Umsteigeverbindung anfliegen: Ihr Angebot liegt im übrigen Europa mittlerweile 58 Prozentpunkte über dem in Deutschland. Der innerdeutsche Flugverkehr erreicht nur noch 48 Prozent des Niveaus von 2019, bei Verbindungen abseits der Drehkreuze Frankfurt und München sogar nur 18 Prozent. Bei der Luftfracht zeigt sich ein anderes Bild: An deutschen Flughäfen wurden 2,39 Millionen Tonnen Fracht umgeschlagen, ein Plus von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Hohe Standortkosten und Nahostkonflikt als Gründe

Für die Entwicklung nennt der BDL vor allem zwei Ursachen: die Lage im Nahen Osten und die staatlichen Standortkosten. Der Nahostkonflikt gefährde nicht die Treibstoffversorgung, treibe aber Kosten und Luftraumsperrungen in die Höhe. Außereuropäische Fluggesellschaften reduzierten ihr Angebot ab Deutschland gegenüber dem Vorjahr um 8 Prozent, europäische mit Drehkreuzsystem um 4 Prozent.

Zugleich verweist der BDL auf die staatlichen Standortkosten, die 2025 um 1,1 Milliarden Euro auf 4,3 Milliarden Euro gestiegen seien. Abgaben wie die Luftverkehrsteuer sowie Gebühren für Luftsicherheitskontrollen und Flugsicherung hätten sich seit 2019 mehr als verdoppelt. Der Verband fordert eine Halbierung dieser Kosten, was einer Entlastung von etwa 15 Euro pro Passagier entspräche. Als Vergleich führt der BDL Schweden an, wo die Luftverkehrsteuer Mitte 2025 abgeschafft wurde, worauf das Flugangebot dort im ersten Halbjahr 2026 um 6 Prozent wuchs.

Quelle: https://www.bdl.aero/pressemitteilung/deutscher-luftverkehr-durchfliegt-schwere-turbulenzen-erste-entlastungen-weisen-den-richtigen-weg/