28.07.2026 - Allgemein, Luftfahrt

Airbus testet A350-1000ULR mit Rekordflug über drei Kontinente

Airbus hat mit einer speziell ausgerüsteten A350-1000ULR einen Rekordtestflug von Melbourne nach Toulouse absolviert, der 24 Stunden und 24 Minuten dauerte und über drei Kontinente sowie zwei Ozeane führte. Der Flug testete unter anderem einen neuen Zusatztank und eigens entwickelte Ruhekabinen, die künftig Ultralangstreckenflüge für Qantas ermöglichen sollen.


Bild: Airbus SAS 2026

Eine speziell ausgerüstete A350-1000ULR von Airbus hat einen ungewöhnlich langen Testflug absolviert. Die Maschine legte auf dem Rückweg von Melbourne nach Toulouse eine Strecke von rund 23.000 Kilometern zurück und war dabei 24 Stunden und 24 Minuten in der Luft. Der Flug diente dazu, das neue Langstreckenmodell für künftige Passagierverbindungen zu erproben, die Qantas ab dem kommenden Jahr anbieten will.

Zusatztank und neue Ruhekabinen sollen Ultralangstrecken ermöglichen

Das Testflugzeug mit der Kennung MSN707 startete am 23. Juli 2026 in Toulouse und flog zunächst direkt nach Melbourne. Für diese Hinstrecke von rund 17.000 Kilometern benötigte die Crew etwa 19 Stunden und zwölf Minuten. Wenige Tage später ging es auf dem Rückweg über den Pazifik in Richtung Los Angeles, weiter über die USA und Kanada sowie über den Atlantik südlich von Grönland, bevor die Maschine über Großbritannien schließlich in Toulouse landete. Damit überquerte der Flug drei Kontinente und zwei Ozeane, die Besatzung erlebte dabei zwei Sonnenauf- und -untergänge.

Ermöglicht wird die enorme Reichweite durch einen zusätzlichen Tank im hinteren Rumpfbereich mit einem Fassungsvermögen von rund 20.900 Litern. Er soll dem Flugzeug künftig Strecken von fast 10.000 nautischen Meilen ohne Zwischenlandung erlauben. Getestet wurden während des Fluges zudem das Belüftungssystem der Kabine sowie das Treibstoffmanagement, um den Komfort für Passagierinnen und Passagiere auf so langen Strecken sicherzustellen. Eigens für die Ultra-Langstreckenvariante entwickelt wurde außerdem eine neue Ruhekabine für das Cockpitpersonal nach dem sogenannten Twin-Cabin-Konzept. Dabei ist die Ruhekabine in zwei getrennte Bereiche mit jeweils eigenem Zugang aufgeteilt, sodass Pilotinnen und Piloten ihre Ruhezeit antreten oder beenden können, ohne die jeweils andere Person zu stören.

Nördliche Route und improvisierte Schlafplätze

Eine kleine Besonderheit ergab sich für die Besatzung selbst: Da die neuen Ruhekabinen während des Testflugs mit Messgeräten zur Überprüfung der Belüftung belegt waren, schlief die Crew stattdessen in der hinteren Ruhekabine für das Kabinenpersonal. Bei der Streckenführung über den Atlantik entschied sich das Team zudem bewusst für eine nördlichere Route, um mögliche Konflikte mit bereits veröffentlichten Flugrouten anderer Airlines und daraus resultierende Abstimmungsprobleme mit der Flugsicherung zu vermeiden.

Auf der Rückreise saßen neben drei Airbus-Testpiloten und Testpilotinnen auch zwei Gastpilotinnen und -piloten von Qantas an Board, die zwar bereits Erfahrung mit der A350 hatten, jedoch erstmals die neue Ultra-Langstreckenvariante flogen. Hinzu kamen zwei Testflugingenieurinnen und -ingenieure im Cockpit sowie drei weitere Fachleute, die in der Kabine sämtliche Messungen koordinierten. Qantas hat insgesamt zwölf Maschinen dieses Typs bestellt und will damit ab dem kommenden Jahr Direktflüge zwischen Sydney und London anbieten. Der Testflug lieferte dafür wichtige Daten zur Praxistauglichkeit der neuen Technik.

Quelle (Englisch): https://www.airbus.com/en/newsroom/stories/2026-07-extending-the-horizon-inside-the-a350-1000ulrs-longest-development-flight