Airbus baut Nachfolger des Satelliten Aeolus
Airbus Defence and Space hat den Auftrag zum Bau des Satelliten Aeolus-2 für die ESA erhalten und knüpft damit an den erfolgreichen Vorgänger von 2018 an. Der neue Satellit soll ab 2034 als dauerhafter Bestandteil der globalen Wetterbeobachtung kontinuierlich Winddaten liefern.
Airbus Defence and Space hat den ersten Vertrag zur Entwicklung und zum Bau des Satelliten Aeolus-2 der Europäischen Weltraumorganisation ESA unterzeichnet. Die Unterzeichnung fand bei einer Zeremonie am britischen ESA-Standort ECSAT in Harwell statt. Mit dem Projekt setzt Airbus in Großbritannien die Arbeit an einer Technologie fort, die das Unternehmen bereits mit dem ersten Aeolus-Satelliten maßgeblich mitgeprägt hat.
Vorgängermission lieferte erstmals globale Windprofile aus dem All
Der erste Aeolus-Satellit wurde 2018 von Airbus gebaut und war weltweit der erste, der mithilfe eines Doppler-Wind-Lidars direkt globale Windprofile aus dem All maß. Die Mission lieferte erstmals hochauflösende vertikale Winddaten und verbesserte numerische Wettervorhersagemodelle um 4 Prozent. Bis zu seinem Missionsende 2023 trug Aeolus dazu bei, das Verständnis von Hurrikans sowie der Ausbreitung vulkanischer Asche in der Hochatmosphäre zu verbessern, und verringerte die mittlere Abweichung zwischen Vorhersagen und tatsächlichen Beobachtungen deutlich. Auch die Datenverfügbarkeit an den Polen und am Äquator profitierte von der Mission. Technisch beruhte das System darauf, dass Laserlicht an kleinen Partikeln wie Staub, Eis und Wassertropfen gestreut wird und ein Teleskop das zurückgeworfene Licht auffängt, aus dem sich über den Doppler-Effekt Windgeschwindigkeit und Windrichtung ableiten lassen. Diese Ergebnisse bildeten die Grundlage dafür, dass aus der ursprünglichen Forschungsmission nun ein operationeller Dienst werden soll.
Airbus baut leistungsfähigeren Nachfolger für den Wetterdienst
Anders als sein Vorgänger soll Aeolus-2 von Beginn an als feste Komponente der globalen Wetterbeobachtung dienen und kontinuierlich Winddaten liefern. Airbus stattet den Satelliten dafür mit einem weiterentwickelten Doppler-Wind-Lidar aus, das mit ultravioletten Lasern von der Erdoberfläche bis in 30 Kilometer Höhe misst, alle 0,01 Sekunden Daten aufnimmt und den gesamten Globus innerhalb von sieben Tagen abdeckt. Zusätzlich erhält der Satellit einen weiteren Sensor zur Messung von Aerosolen in der Atmosphäre. Aeolus-2 soll die Erde 15 Mal täglich umrunden und Nutzern die Daten der jeweils ältesten Messung eines Orbits innerhalb von 120 Minuten bereitstellen. Der Satellit wird in einer Höhe von 450 Kilometern operieren und eine geplante Lebensdauer von 5,5 Jahren haben. Nach Angaben von Airbus profitieren vor allem große Wetterzentren wie der britische Met Office und das Europäische Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage von den Daten. Kata Escott, Geschäftsführerin von Airbus Defence and Space in Großbritannien, betont, das Projekt ermögliche es den hochqualifizierten britischen Teams, ihre Expertise gezielt zur Verbesserung der Wetterbeobachtung einzusetzen. Der Start von Aeolus-2 ist für das Jahr 2034 vorgesehen, die Mission entsteht in Zusammenarbeit mit der europäischen Wettersatellitenorganisation Eumetsat.
Quelle (Englisch): https://www.airbus.com/en/newsroom/press-releases/2026-07-airbus-awarded-aeolus-2-wind-sensing-satellite-contract

