21.05.2026 - Allgemein, Luftfahrt

Die IATA zieht Bilanz für die Luftfahrt im Jahr 2025

Die International Air Transport Association IATA verzeichnet für 2025 ein Wachstum von lediglich einem Prozent beim europäischen Streckennetz und liegt damit deutlich unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Als Ursachen nennt der Verband zu hohe Kosten, übermäßige Regulierung und mangelnde Wettbewerbsfähigkeit.


Symbolbild: pexels.com/Jinish Shah

Das europäische Flugnetz ist 2025 nahezu stagniert. Die International Air Transport Association IATA meldete ein Wachstum von nur einem Prozent bei den Routen, die Europa intern und mit anderen Weltregionen verbinden. Das liegt unterhalb des durchschnittlichen Jahreswachstums von 1,5 Prozent der vergangenen Dekade. Konkret wurden 1.127 Strecken gestrichen und 1.281 neu aufgenommen, was einem Nettozuwachs von 154 Routen auf insgesamt 14.797 entspricht.

Regulierung und Kosten bremsen Wachstum

Die Stagnation sei kein Zufall, so der Verband. Thomas Reynaert, Senior Vice President External Relations bei IATA, verweist auf ein schwieriges Betriebsumfeld: hohe Kosten, eine ausgeprägte Regulierungslast und strukturelle Wettbewerbsprobleme der EU, die bislang nicht ernsthaft angegangen worden seien. Als konkretes Beispiel nennt er die Fluggastrechteverordnung EU261, deren Mängel bekannt seien, aber nicht behoben würden. Dabei stehe viel auf dem Spiel: Laut IATA hängen in der EU mehr als 9,2 Millionen Arbeitsplätze und ein Wirtschaftsbeitrag von 760 Milliarden Euro an der Luftfahrt und dem damit verbundenen Tourismus.

Fünf Forderungen an die europäische Politik

Um die Lage zu verbessern, legt IATA der europäischen Politik ein Bündel an Maßnahmen nahe. An erster Stelle steht eine Reform der EU261-Verordnung, insbesondere eine Anhebung der Zeitgrenzen für Entschädigungsansprüche. Die Regulierung verursache derzeit Kosten von rund acht Milliarden Euro jährlich. Daneben fordert der Verband günstigeren Zugang zu nachhaltigem Flugkraftstoff, unter anderem durch ein Book-and-Claim-Verfahren sowie den Einsatz von Einnahmen aus dem Emissionshandel für die Produktion. Hinzu kommen strengere Regulierung von Flughafen- und Flugsicherungsgebühren, mehr Flexibilität bei Slot-Regelungen in Krisenzeiten sowie die Abschaffung nationaler Passagiersteuern nach schwedischem Vorbild. 

Quelle (Englisch): https://www.iata.org/en/pressroom/2026-releases/2026-05-21-01/