STAR Dresden präsentiert sich beim SSEA
Vom 8. bis zum 10. April 2026 war die Technische Universität München (TUM) Gastgeberin des 5. Symposium on Space Educational Activities (SSEA) der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Die internationale Konferenz bot Studierenden, Forschenden und Raumfahrtinitiativen eine Plattform zum fachlichen Austausch über aktuelle Projekte und Entwicklungen im Bereich der akademischen Raumfahrt. Mit dabei war auch die DGLR-Nachwuchsgruppe STAR Dresden. Sie konnte im Rahmen der Veranstaltung die eigene Arbeit an einem Stand präsentieren und neue Kontakte innerhalb der studentischen Raumfahrtszene knüpfen. An der Konferenz nahmen über 500 Personen teil, darunter viele Studierende.
Das Hauptausstellungsstück am STAR-Stand war der Rover Asterope. Mit ihm belegte die Gruppe im Herbst 2025 bei der European Rover Challenge den zweiten Platz und gewann die Aufgaben Science Exploration und Science Sampling. Darüber hinaus stellten sie Teile ihrer Dorado-Rakete sowie weitere Projekte aus. Im Anschluss an die Konferenz fand am 11. April 2026 am selben Ort der Space Day München statt. Dazu war die interessierte Öffentlichkeit zu spannenden Aktivitäten und Vorträgen eingeladen. Die STAR Dresden nutzte auch hier die Gelegenheit, sich zu präsentieren. Ein zweiter ihrer Rover lud Kinder zum Mitmachen ein.
Großer Andrang am Stand
Am Morgen des 8. April versammelten sich alle Konferenzteilnehmenden am Veranstaltungsort. Nach den Eröffnungsreden begab sich die vierköpfige Vertretung aus Dresden direkt an den Stand, der schon kurze Zeit später zahlreiche interessierte Gäste anzog. Hauptattraktion war der Rover Asterope. Interessierte konnten auch einen Blick ins Innere werfen und die
vom Rover team eigenständig entwickelte Elektronik in Augenschein nehmen. Der Andrang am Stand hielt den gesamten Tag an. Das Interesse an Projekten wie der Rakete Dorado, dem Triebwerk Titan und dem Experiment CASTOR (stellvertretend für die REXUS/BEXUS-Experimente) war für das Team ein schönes Lob für die geleistete Arbeit in allen Projekten. Am Nachmittag des ersten Konferenztags standen Besuche bei verschiedenen Firmen und Forschungsinstitutionen der Münchner Raumfahrtbranche auf dem Programm. Dabei konnte die STAR unter anderem einen originalen Sojus-Raumschiffsimulator besichtigen, mit dem beispielsweise ISS-Docking-Manöver simuliert werden können, und sich den Raketentriebwerksprüfstand der TUM am Flughafen Oberpfaffenhofen genauer anschauen. Nach diesen Besuchen endete der ereignisreiche erste Tag.
Eindrucksvolles wissenschaftliches Programm
Am zweiten Veranstaltungstag nutzten die Teammitglieder der STAR aufgrund des gesunkenen Andrangs am Stand die Gelegenheit, am wissenschaftlichen Konferenzprogramm teilzunehmen. Zudem knüpften sie bei Besuchen an anderen Ständen wertvolle Kontakte. Am frühen Nachmittag fand ein spannendes Panel mit Industrievertretenden zum Thema „Space Engineer of the Future“ statt. Am Abend des zweiten Tags folgte der traditionelle Galaabend. Dazu lud der Freistaat Bayern als Sponsor der Konferenz alle Teilnehmenden in den Kaisersaal der Münchner Residenz ein. Der Abend begann mit einigen Reden und einem spannenden Impulsvortrag von Michaela Benthaus. Sie berichtete von ihrer Erfahrung, als erste querschnittgelähmte Person überhaupt ins All zu fliegen – wenn auch nur für einige Minuten im Rahmen eines suborbitalen Flugs mit einer Raumkapsel von Blue Origin. Anschließend konnte sich STAR beim Empfang mit Essen und Getränken mit den anderen Konferenzteilnehmenden austauschen und viele spannende Gespräche führen. Den Abend ließen sie in einer Bar in der Münchner Innenstadt ausklingen.
Über Raketen und Pyroventile
Am letzten Tag der Konferenz präsentierte das STAR-Mitglied Ivan V. Nazarenko in einem Fachvortrag sein Paper „Lessons Learned on the Verification of Explosively Actuated Valves for Use in a Pressure-fed Bi-liquid Sounding Rocket“, das in den offiziellen Conference Proceedings veröffentlicht wurde. Der Beitrag behandelt die Lehren aus der Entwicklung und Erprobung von Pyroventilen für das Projekt Dorado, die Entwicklung einer Flüssigtreibstoffrakete für die EUROC 2027. Nach dem Vortrag besuchten mehrere Interessierte den STAR-Stand, um die ausgestellten Ventile zu betrachten. Dadurch ergaben sich zusätzliche Fachgespräche, in denen Funktionsweise, Testverfahren und technische Hintergründe ausführlich und anschaulich erläutert werden konnten.
Zum Abschluss der Konferenz fand am Nachmittag des dritten Tags ein Panel zur Verbindung von Ausbildung und Berufseinstieg in der Raumfahrt statt. Daran nahm auch die erste Vorsitzende, Natascha Bonidis, des Bundesverbands Studentischer Raumfahrt (BVSR e. V.) teil, dessen Gründungsmitglied die STAR ist. Abschließend folgten einige Reden und die Organisatorinnen und Organisatoren der Konferenz wurden mit gebührendem Applaus gewürdigt.
Space Day München
Auf die Konferenz folgte der Space Day München. Dieser wird jährlich vom Yuri’s Night e. V. anlässlich des ersten bemannten Weltraumflugs von Juri Gagarin ausgerichtet. Den gesamten Nachmittag über konnten Kinder an verschiedenen Mitmachaktionen teilnehmen oder gemeinsam mit ihren Familien verschiedenen Vorträgen zuhören. Die STAR nutzte die Gelegenheit, einen Tag länger in München zu bleiben und auf dem Space Day auszustellen. Zusätzlich zu Asterope baute sie an diesem Tag ihren zweiten Rover auf. Merope, der ERC-Rover von 2022 und aktueller „Messe“-Rover, bot Kindern und Erwachsenen die Gelegenheit, selbst das Steuer zu übernehmen. Auch am Stand herrschte durchgehend reger Betrieb. Zwischendurch hatte STAR gemeinsam mit anderen studentischen Vereinen die Möglichkeit, sich in einem kurzen Vortrag zu präsentieren.
Mit dem Abend gingen vier spannende und interessante Tage zu Ende. Die STAR Dresden konnte viele neue Kontakte knüpfen, bestehende Netzwerke pflegen und ihre exzellente studentische Forschung einem breiten Publikum zeigen. Ein besonderes Highlight war der Space Day, bei dem sie durch ihren Rover bei den Kindern viel Begeisterung für Weltraumtechnik wecken und fördern konnte.

