24.07.2026 - Allgemein, Raumfahrt

SAT 33 und SAT 34 verstärken Galileo

Mit SAT 33 und SAT 34 hat die Europäische Weltraumorganisation ESA zwei weitere Satelliten in Betrieb genommen und damit die Autonomie des Galileo-Navigationssystems gestärkt. Der Start erfolgte mit einer Ariane 6, vier weitere Satelliten der ersten Generation folgen bis Jahresende.


Bild: ESA

Zwei weitere Satelliten haben offiziell ihren Dienst im europäischen Satellitennavigationssystem Galileo aufgenommen. Mit SAT 33 und SAT 34 stärkt die Europäische Weltraumorganisation ESA die Autonomie des weltweit fortschrittlichsten Navigationssystems, das täglich von Milliarden Menschen genutzt wird. Vier Satelliten der ersten Galileo-Generation stehen noch zum Start aus, das nächste Paar ist für das Jahresende geplant.

Präziser Start und sorgfältige Inbetriebnahme

Die beiden Satelliten starteten am 17. Dezember 2025 an Bord einer Ariane 6, die die bislang präziseste Bahneinschießung in der Geschichte des Programms erzielte. Galileo ist das einzige Programm, das Satelliten gleicher Masse mit vier unterschiedlichen Trägersystemen in dieselbe Umlaufbahn gebracht hat: Sojus, Ariane 5, Falcon 9 und nun Ariane 6.

Rund vier Stunden nach dem Start trennten sich die Satelliten von der Rakete, woraufhin Signalerfassung und das Ausklappen der Solarpaneele erfolgten. Damit begann die kritische Phase des Starts und der frühen Betriebsaufnahme, kurz LEOP genannt. Das Kontrollzentrum GCC-D in Deutschland übernahm unter Verantwortung der EU-Agentur EUSPA die Inbetriebnahme der wichtigsten Subsysteme und leitete den Drift zu den vorgesehenen Positionen ein. Nach rund sieben Tagen galt die LEOP als abgeschlossen, die Satelliten wurden für weltraumtauglich erklärt.

Zu Jahresbeginn sendeten die Satelliten ihr erstes Signal im Weltraum an die Galileo-Testbodenstation am ESA-Zentrum ESEC in Redu, Belgien. Damit begann die Testphase der Navigationsnutzlast, wobei das GCC-D die Satellitenoperationen leitete und die ESA die Testszenarien entwarf. Parallel dazu validierten die Teams Navigationsnutzlast, Atomuhren, Transponder und Sicherheitsfunktionen, während die Satelliten in ihre endgültigen Positionen manövriert wurden.

Vollständige Eingliederung in die Konstellation

Im Mai 2026 genehmigte das Sicherheitsakkreditierungsgremium des EU-Weltraumprogramms die Inbetriebnahme von SAT 33. Am 23. Juli 2026 folgte die Freigabe für SAT 34, womit die vollständige Eingliederung der L14-Satelliten in die Galileo-Konstellation erreicht wurde. Mit dieser Erweiterung steigt die Zahl der einsatzbereiten Satelliten und damit die Widerstandsfähigkeit und Genauigkeit des Systems, das schrittweise um die verbleibenden Satelliten der ersten Generation ergänzt wird.

Galileo ist seit 2016 das präziseste Satellitennavigationssystem der Welt und wird von mehr als fünf Milliarden Smartphone-Nutzerinnen und Nutzern verwendet. Alle im europäischen Binnenmarkt verkauften Smartphones sind mittlerweile verpflichtend Galileo-fähig, zudem kommt das System in Schienenverkehr, Seefahrt, Landwirtschaft, Finanzzeitdiensten und Rettungseinsätzen zum Einsatz. Galileo ist ein Flaggschiffprogramm der EU, verwaltet und finanziert von der Europäischen Kommission. Die ESA verantwortet Entwicklung und Qualifizierung der Boden- und Weltraumsysteme sowie die Beschaffung der Trägerraketen, die EUSPA fungiert als Dienstleister für Markt- und Anwendungsbedürfnisse.

Quelle (Englisch): https://www.esa.int/Applications/Satellite_navigation/Two_new_Galileo_satellites_enter_service