20.07.2026 - Allgemein, Luftfahrt

NASA startet sechs neue Missionen zur Erforschung des Klimawandels

Die NASA startet sechs neue suborbitale Earth-Venture-Missionen, die mit flugzeuggestützten Sensoren Klimaphänomene von Waldbränden bis zu schmelzenden Gletschern untersuchen. Die Daten sollen künftig Prognosen und Entscheidungen für betroffene Regionen verbessern.


Bild: NASA

Von Erdrutschen in Alaska über die Luftqualität in Atlanta bis zu Feuerwolken im Westen der USA: Die NASA bereitet sechs neue suborbitale Earth-Venture-Missionen vor. In den kommenden Jahren werden dafür Hunderte Forschende und Pilotinnen und Piloten von NASA, US-Marine, Universitäten und weiteren Einrichtungen im Einsatz sein. Verbindendes Element ist der Einsatz von Sensoren an Bord von Flugzeugen, die als Brücke zwischen bodengestützten Messgeräten und Satelliten dienen und Lücken in Wettermodellen schließen sollen.

Flammen, Felder und ferne Städte

Den Anfang macht im Sommer 2026 die vom Naval Research Laboratory geleitete Mission INSPYRE, die von Colorado aus sogenannte Feuerwolken untersucht. Diese entstehen, wenn extreme Waldbrände so heiß brennen, dass sie eigene Gewitter erzeugen, die Sichtbehinderungen für die Luftfahrt schaffen und neue Brände auslösen können. Mehrere Flugzeuge, darunter die NASA-Höhenforschungsmaschine ER-2, vermessen die Stürme in Echtzeit, unter anderem mit Infrarot-Waldbrandsensoren des Jet Propulsion Laboratory.

Die Mission FarmFlux widmet sich landwirtschaftlichen Emissionen und setzt mehr als ein Dutzend Sensoren ein, um Ozon, Methan, Ammoniak und weitere Schadstoffe über Feldern vom Mittleren Westen bis ins kalifornische Central Valley zu erfassen. Geleitet wird sie vom Goddard Space Flight Center gemeinsam mit der Colorado State University und der Boston University. Die dritte Mission, HAMAQ, vergleicht die Luftqualität in Atlanta und Mexiko-Stadt. Ein tief fliegendes P-3B und ein neuer 777-Forschungsjet in großer Höhe sollen zeigen, wie Satellitendaten künftig bei Vorhersage und Eindämmung der Luftverschmutzung helfen können.

Eis, Ufer und instabile Hänge

Im hohen Norden, der sich mindestens doppelt so schnell erwärmt wie der Rest der Erde, misst die von der University of Arizona geleitete Mission Snow4Flow den Rückzug von Gletschern in Alaska, Kanada, Grönland und Svalbard. Ein umgebautes Flugzeug aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs erfasst mit Laseraltimeter und zwei Radaranlagen sowohl Oberfläche als auch Tiefe der Gletscher. Die Mission FORTE untersucht unter Leitung von NASA Goddard und dem City College of New York, wie Flüsse, Lagunen und Flussmündungen an Alaskas Nordhang mit dem arktischen Ozean interagieren, während der Permafrost taut. Das Team arbeitet dabei eng mit lokalen und indigenen Gemeinden zusammen.

Die sechste Mission, LACCE, geleitet vom Jet Propulsion Laboratory, untersucht mithilfe von Radar und bodengestützten Sensoren, wie Hänge in Kalifornien auf zunehmende Dürren und Starkregen reagieren, sowie neue Erdrutschrisiken in Alaska, wo schmelzende Gletscher Hangbewegungen beschleunigen können. Das Earth-Venture-Suborbital-Programm der NASA geht auf eine Empfehlung des National Research Council von 2007 zurück und hat seither bereits Schneestürme, Korallenriffe und Meereswirbel erforscht.

Quelle (Englisch): https://science.nasa.gov/earth/new-nasa-earth-missions-gear-up-to-start-science-flights/