Gulfstream und Rolls-Royce erforschen Klimawirkung von SAF
Eine Gulfstream G800 mit Rolls-Royce-Triebwerken hat erfolgreich einen Testflug mit reinem nachhaltigem Flugkraftstoff absolviert. Erste Ergebnisse der begleitenden Messkampagne deuten darauf hin, dass der Kraftstoff kondensstreifenbildende Partikelemissionen messbar reduziert.
Rolls-Royce hat den erfolgreichen Erstflug einer Gulfstream G800 mit reinem nachhaltigem Flugkraftstoff bekanntgegeben. Angetrieben wurde das Flugzeug von zwei Pearl 700-Triebwerken, die vollständig mit SAF liefen. Der Flug war Teil einer Testkampagne von Gulfstream Aerospace in Höhen von bis zu 15 Kilometern und sollte zeigen, wie sich reiner nachhaltiger Kraftstoff auf Partikelemissionen auswirkt, die zur Bildung von Kondensstreifen beitragen können.
Breites Forschungsbündnis für Messungen in großer Höhe
Die G800 flog in enger Formation mit einer umgerüsteten Gulfstream G700, die als fliegendes Messlabor diente und ebenfalls mit Pearl 700-Triebwerken ausgestattet ist. Dadurch konnten Forschende Feinstaub und kondensstreifenbildende atmosphärische Eigenschaften in Höhen messen, die für Verkehrsflugzeuge unüblich, für Geschäftsreiseflugzeuge jedoch typisch sind. Die Kampagne stand unter Leitung von Gulfstream Aerospace und wurde gemeinsam mit der US-Luftfahrtbehörde FAA, der NASA, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, der Missouri University of Science and Technology, Rolls-Royce, Aerodyne Research, Montana Renewables und World Fuel Services durchgeführt. Ziel war es zu untersuchen, wie unterschiedliche Kraftstoffzusammensetzungen sogenannte Nicht-CO2-Emissionen beeinflussen.
Deutliche Unterschiede zwischen den getesteten Kraftstoffen
Dafür verglich das Team herkömmlichen mit schwefelarmem Jet-A-Kraftstoff sowie reinem HEFA-Kraftstoff, der weder Schwefel noch Aromaten enthält. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass reiner nachhaltiger Kraftstoff die Partikelemissionen, die zur Kondensstreifenbildung beitragen, messbar verringert. Alan Newby, Director of Research and Technology bei Rolls-Royce, erklärte, nachhaltige Flugkraftstoffe könnten in Kombination mit effizienten Triebwerken nicht nur zur Dekarbonisierung beitragen, sondern auch bestimmte Nicht-CO2-Emissionen reduzieren. Die Ergebnisse ergänzten Erkenntnisse aus früheren Projekten wie QRITOS und ECLIF3.
Die Tests bestätigten zudem, dass alle aktuell produzierten Rolls-Royce-Triebwerke für Fluggesellschaften und Geschäftsreiseflugzeuge mit 100 Prozent SAF betrieben werden können, was als Grundlage für eine künftige Zertifizierung dieser Kraftstoffart gilt. Bislang ist eine Beimischung von SAF zu herkömmlichem Kraftstoff nur bis zu einem Anteil von 50 Prozent zugelassen, obwohl der Kraftstoff über seinen gesamten Lebenszyklus rund 80 Prozent weniger Netto-CO2-Emissionen verursachen kann.

