NASA stellt konkrete Pläne für erste Mondbasis vor
Die NASA hat am 26. Mai 2026 in Washington die ersten drei Mondbasismissionen vorgestellt und Verträge für Mondfahrzeuge vergeben. Ziel ist eine dauerhafte menschliche Präsenz in der Nähe des südlichen Mondpols, mit ersten astronautischen Landungen ab 2028.
Die NASA hat bei einer Veranstaltung in ihrem Hauptquartier in Washington die nächsten konkreten Schritte für den Aufbau einer Mondbasis bekanntgegeben. Neben einem zeitlichen Fahrplan für die ersten drei Missionen wurden Verträge für Mondfahrzeuge und Frachtlander vergeben. Administrator Jared Isaacman bezeichnete die geplante Mondbasis als ersten menschlichen Aussenposten auf einem anderen Himmelskörper.
Drei Missionen, drei Ziele
Der Plan sieht drei aufeinanderfolgende Missionen ohne Besatzung vor, die alle auf die Region des südlichen Mondpols abzielen. Moon Base I soll frühestens im Herbst 2026 starten und mit dem Blue Moon Mark 1-Lander von Blue Origin NASA-Instrumente zur Oberfläche bringen, darunter ein Kamerasystem zur Untersuchung von Triebwerkswechselwirkungen mit dem Mondboden. Moon Base II ist noch für 2026 geplant und soll mit dem Griffin-Lander von Astrobotic mehr als 500 Kilogramm Fracht liefern, einschliesslich eines Rovers zur Erprobung künftiger Mobilitätssysteme. Ebenfalls für dieses Jahr vorgesehen ist Moon Base III, die auf einer Nova-C-Landefähre von Intuitive Machines unter anderem die Untersuchung sogenannter Mondwirbel, heller Flecken auf der Mondoberfläche, als Hauptmission trägt. An dieser Mission sind auch die Europäische Weltraumorganisation ESA und ein südkoreanisches Forschungsinstitut beteiligt.
Mondfahrzeuge und Drohnen als Grundlage für bemannte Missionen
Parallel zum Missionsfahrplan hat die NASA Verträge für Mondfahrzeuge vergeben. Astrolab erhält 219 Millionen Dollar für das Crewed Lunar Vehicle CLV-1, ein astronautisches Fahrzeug für Astronautinnen, Astronauten und Versorgungstransporte mit rund 900 Kilogramm Gewicht. Lunar Outpost erhält 220 Millionen Dollar für den Pegasus-Rover, der manuell, autonom oder ferngesteuert fahren kann und bis zu einem Jahr im Einsatz bleiben soll. Blue Origin bekommt 188 Millionen Dollar für den Transport dieser Fahrzeuge zum Mondpol. Ergänzt wird das Programm durch die Mission MoonFall: Vier Drohnen sollen ab 2028 potenzielle Landestandorte für Astronautinnen und Astronauten erkunden und hochauflösende Aufnahmen schwer zugänglicher Geländeabschnitte liefern. Firefly Aerospace wurde mit dem Bau des Transportsystems beauftragt. Insgesamt plant die NASA für 2026 mehr als ein Dutzend Mondmissionen anzukündigen.
Quelle (Englisch): https://www.nasa.gov/news-release/nasa-provides-update-on-moon-base-rovers-landers-missions/

